Konjunkturdaten und KI-Zahlen: Diese Woche wird zum Börsentest

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Wall Street: Konjunktur trifft auf KI
Foto: ChatGPT
US-Konjunkturdaten und Zahlen von AMD, Palantir und SpaceX könnten an der Wall Street für starke Kursbewegungen sorgen.

Konjunkturdaten, Arbeitsmarktbericht und Quartalszahlen großer KI-Unternehmen treffen auf geringe Handelsvolumina. Das könnte an der Wall Street kräftige Kursbewegungen auslösen. Worauf Anleger in dieser Woche besonders achten sollten.

Am Montag werden die US-ISM-Daten für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht, am Mittwoch folgt der Dienstleistungsindex – jeweils für Juli. Im Vormonat lagen die Indizes bei 53,3 beziehungsweise 54,0 Punkten. Anleger hoffen auf eine Bestätigung, dass sich die US-Wirtschaft trotz geopolitischer Risiken und hoher Zinsen weiterhin robust entwickelt. 

Entscheidend ist dabei nicht nur die Hauptzahl, sondern vor allem der Blick auf die einzelnen Komponenten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Preisindex. Steigende Werte würden auf anhaltenden Preisdruck und eine länger restriktive Geldpolitik hindeuten.  


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Ebenfalls im Fokus stehen die Auftragseingänge, die als wichtiger Frühindikator für die zukünftige Nachfrage der Unternehmen gelten. Solange sie auf einem hohen Niveau bleiben, spricht das für eine weiterhin robuste Konjunktur. Ein deutlicher Rückgang wäre dagegen ein ernstzunehmendes Warnsignal für eine Abschwächung. 

Auch die Beschäftigungskomponente dürfte genau beobachtet werden. Sie liefert einen wichtigen Vorgeschmack auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Erwartet werden 79.000 neue Stellen. Mindestens genauso wichtig dürften jedoch die Revisionen der Vormonate sein. 

Für den Aktienmarkt könnte das Lohnwachstum derzeit sogar wichtiger sein als die Stellenzahl selbst. Zuletzt stiegen die Löhne um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Höhere Löhne können den Inflationsdruck erhöhen und die Fed zu einer längeren Phase hoher Zinsen zwingen. Ein starker Arbeitsmarkt wäre zwar positiv für die Konjunktur, könnte die Börsen kurzfristig jedoch belasten, wenn dadurch Zinssenkungserwartungen weiter nach hinten rücken. 

Hohe Erwartungen an den KI-Boom  

Die Liste der Unternehmen, die in den kommenden Tagen ihre Quartalszahlen vorlegen, ist lang. Hinsichtlich der KI-Story stechen jedoch vor allem AMD, Palantir und SpaceX heraus. Gemeinsam decken sie nahezu die gesamte KI-Wertschöpfungskette ab, von Hardware und KI-Chips über Software und Integration bis hin zu Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur. Ihre Zahlen liefern damit einen umfassenden Einblick in den Zustand des KI-Marktes. 

Gleichzeitig verbindet die drei Unternehmen eine weitere Besonderheit. Sie werden an der Wall Street mit außergewöhnlich hohen Bewertungsprämien gehandelt. Das Forward-KGV liegt bei AMD bei 53, bei Palantir bei 77 und bei SpaceX sogar bei 179. Der Markt preist damit weiterhin ein außergewöhnlich hohes Wachstum ein. Entsprechend wenig Spielraum bleibt für Enttäuschungen. Schon kleinere Abweichungen bei den Quartalszahlen oder beim Ausblick könnten deutliche Kursreaktionen auslösen. 

Hinzu kommt die enge Verflechtung innerhalb der KI-Branche. AMD liefert seine KI-Chips unter anderem an Meta und Microsoft. Palantir nutzt Nvidia-Chips für seine Software und arbeitet eng mit dem US-Militär zusammen. SpaceX baut Rechenzentren und liefert die Infrastruktur für Elon Musks KI-Unternehmen xAI. Positive wie negative Überraschungen könnten deshalb weit über die einzelnen Unternehmen hinausreichen und den gesamten Technologiesektor bewegen.  

Nicht der Status quo zählt 

Für Anleger dürfte in dieser Woche weniger der Status quo entscheidend sein als die Signale für die kommenden Quartale. Starke Konjunkturdaten sind nur dann positiv, wenn sie nicht gleichzeitig neue Inflations- und Zinssorgen schüren. Ebenso reichen gute Quartalszahlen allein oft nicht aus, wenn der Ausblick enttäuscht.  

Für den Aktienmarkt dürfte daher weniger entscheidend sein, ob die US-Wirtschaft wächst, sondern wie dieses Wachstum zustande kommt. Gleichzeitig müssen die Berichte der KI-Schwergewichte den Beweis erbringen, dass der milliardenschwere Investitionsboom die hohen Bewertungsmultiples weiterhin trägt. 

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.


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