KI-Boom ohne Nvidia: Wo Ulrich Müller jetzt Chancen für Anleger sieht

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Ulrich Müller
Foto: Ulrich Müller Wealth Academy (UMWA)
Ulrich Müller über europäische KI-Aktien, Rebalancing, Optionen und die Zinspolitik der US-Notenbank Fed.

Europäische KI-Aktien statt US-Tech-Giganten, Rebalancing statt Panik und eine abwartende US-Notenbank: Ulrich Müller zeigt, worauf Anleger im August achten sollten. Vor allem bei den Bewertungen sieht der Börsenprofi deutliche Unterschiede.

Kurz vor seinem Sommerurlaub erklärt Börsen-Profi Ulrich Müller, was für Anleger im Spätsommer wichtig ist: Warum europäische KI-Aktien gegenüber den überhitzten US-Giganten im Vorteil sind, wie Anleger ihr Depot durch Rebalancing und Stillhalter-Geschäfte sommerfit machen und welche Signale die US-Notenbank Fed jetzt an uns alle sendet – der Marktkenner gibt in der aktuellen Ausgabe des Börsen-Müller wertvolle Einblicke.

KI-Boom abseits von Nvidia: Wo Müller die besseren Bewertungen sieht

Wenn wir von KI sprechen, denken wir oft an US-Giganten wie Nvidia, Microsoft oder Alphabet. Doch Ulrich Müller mahnt zur Vorsicht: Die amerikanischen Tech-Schwergewichte bergen teils noch immer Rückschlagpotenzial. „Wir müssen unseren Blick bei KI-Investments weiten. Auch in Europa gibt es hervorragend aufgestellte Unternehmen, die vom KI-Boom profitieren, aber deutlich weniger heiße Luft in ihren Bewertungen tragen“, so der Marktkenner. Europäische Titel bieten Anlegern eine solide fundamentale Basis bei moderateren Kurs-Gewinn-Verhältnissen. Statt den Hype-Aktien aus den USA hinterherzulaufen, setzt Müller auf eine gezielte Aktienauswahl auf dem Heimatkontinent. Diese Werte zeichnen sich durch ein nachhaltiges Umsatzwachstum aus und bieten ein attraktiveres Chance-Risiko-Verhältnis.  Ein Beispiel ist für Müller der schwedische Industriekonzern Atlas Copco, der als führender Anbieter von Hochvakuum- und Drucklufttechnik eine Schlüsselrolle in der Chip-Fertigung einnimmt. Hinzu kommt Nebius, ein in Amsterdam ansässiger Anbieter von KI-Infrastruktur und GPU-Cloud-Kapazität, der vom weltweiten Ausbau der Rechenzentren profitiert.

Depot sommerfit machen: Rebalancing und Stillhalter-Strategien statt Panik

Um gut gerüstet durch die zweite Jahreshälfte zu kommen, rät Ulrich Müller Privatanlegern genau jetzt zur aktiven Depotpflege. „Gewinne rechtzeitig mitzunehmen ist immer klüger, als später in Panik zu verkaufen“, betont der Marktkenner. Ein strukturierter Rebalancing-Prozess hilft dabei, die Aktienquote wieder an das persönliche Risikoprofil anzupassen und Klumpenrisiken abzubauen. Von Absicherungsstrategien oder Optionsscheinen rät Müller hingegen ab: „Teure Absicherungen fressen auf Dauer nur Ihre Rendite auf. Lernen Sie stattdessen, wie Stillhalter-Geschäfte funktionieren. Optionen sind ein hervorragendes Instrument, um marktunabhängige Erträge zu generieren und selbst in Seitwärts- oder Schwächephasen Renditen zu erwirtschaften.“

Notenbanken im Blickpunkt: Fed hält die Zinsen – und hält sich alle Optionen offen

Die US-Notenbank hat unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh den Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Bemerkenswert: Gleich drei Mitglieder stimmten für eine Erhöhung. Für Ulrich Müller zeigt das, wie sensibel die Währungshüter derzeit vorgehen müssen – die hartnäckige Inflation erschwert schnelle Schritte, während die Konjunkturdaten eine vorsichtige Abkühlung andeuten. „Solange die Notenbanken auf Sicht fahren, werden die Märkte keine klare Richtung einschlagen. Für Anleger gilt es jetzt, handlungsfähig zu bleiben und die Inflation im Blick zu behalten“, so Müller.

Ulrich Müller (48) hat über 30 Jahre Börsenerfahrung und ist Gründer der bekannten Ulrich Müller Wealth Academy GmbH in Halstenbek bei Hamburg. Mit Gruppenseminaren und individuellen Coachings werden Teilnehmende dazu ausgebildet, ihr Geld erfolgreich an der Börse zu investieren. Vor der Gründung der Wealth Academy war der studierte Finanzwirt 17 Jahre als Investmentberater tätig, dabei wurden seine Anlageentscheidungen von mehr als 10.000 Investmentberatern übernommen. Über viele Jahre entwickelte er seine eigenen Analyse- und Bewertungssysteme im Bereich Aktien und Optionen, die er nun in seiner Akademie an private Anleger weitergibt. Seit Mai 2023 ist er zudem Aufsichtsratsvorsitzender einer Aktiengesellschaft.  


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