Warum der DAX trotz fallender Ölpreise nur verhalten steigt

DAX und Ölpreis
Foto: ChatGPT
Sinkende Ölpreise entlasten die Märkte, doch Anleger bleiben vorsichtig. PMI-Daten dürften erst später profitieren.

Die Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sorgen für sinkende Ölpreise und eine freundlichere Stimmung an den Märkten. Dennoch reagieren Anleger zurückhaltend. Entscheidend bleibt, ob die diplomatische Annäherung Bestand hat.

Die Märkte reagieren positiv auf die Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der Brent-Future notiert am Montag wieder unter der Marke von 80 US-Dollar. Von echter Euphorie kann jedoch keine Rede sein, der DAX liegt kurz nach Handelsstart lediglich rund 0,3 Prozent im Plus. Die Börsen feiern bislang keinen Friedensvertrag, sondern lediglich Fortschritte auf dem Weg dorthin. Die Verhandlungen bleiben fragil und die Parteien haben bisher nur einen Fahrplan für die kommenden 60 Tage vereinbart. 


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Damit befinden sich die Gespräche in einer kritischen Übergangsphase. Die größte Gefahr für die Märkte liegt aktuell nicht in der Konjunktur, sondern in einem möglichen Scheitern der Verhandlungen. Jeder Rückschlag könnte den Ölpreis schnell wieder nach oben treiben. Trotzdem sendet der Rückgang des Ölpreises ein wichtiges Signal. Ein Teil der geopolitischen Risikoprämie verschwindet bereits aus dem Markt. Sollte Brent in Richtung 70 US-Dollar fallen, würde das die Inflationssorgen deutlich reduzieren. Niedrigere Energiekosten bedeuten bessere Margen, mehr Planungssicherheit und zusätzlichen Rückenwind für die Wirtschaft. Davon könnte insbesondere der DAX profitieren. 

Für die morgigen PMI-Daten dürfte der Iran-Deal allerdings noch keine Rolle spielen. Die Datenerhebung für die vorläufigen Flash-PMIs erfolgt überwiegend zwischen dem 12. und 19. eines Monats. Das vorläufige Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran wurde erst Mitte Juni unterzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Unternehmensbefragungen bereits abgeschlossen. Der Iran-Deal kam für die morgige Juni-Veröffentlichung daher schlicht zu spät. Sollte sich die Entspannung im Nahen Osten und an den Energiemärkten in den kommenden Wochen bestätigen, dürfte sich dieser Effekt in den PMI-Daten für Juli widerspiegeln. 

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.


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