Allianz-Studie: Jeder fünfte Deutsche plant nur mit der gesetzlichen Rente

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Foto: Allianz Leben
Ruedi Kubat: "Wir müssen verstärkt über finanzielle Vorsorge sprechen."

Im Durchschnitt stützen sich die Deutschen bei der Altersvorsorge auf 2,1 Bausteine – die gesetzliche Rente eingeschlossen. Doch 19 Prozent der Befragten planen ausschließlich mit staatlichen Leistungen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Allianz Leben.

Die Deutschen stützen ihre Altersvorsorge im Durchschnitt auf 2,1 Bausteine, einschließlich der gesetzlichen Rente. 78 Prozent der Beschäftigten rechnen damit, im Ruhestand Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu beziehen, 39 Prozent erwarten Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung, 36 Prozent aus privaten Rentenversicherungen. Das sind Ergebnisse des Allianz Vorsorge Index, für den das Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag von Allianz Leben 1.000 Personen befragt hat.


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Trotz der insgesamt eher weitgefächerten Vorsorgestruktur zeigen die Daten eine deutliche Lücke: So gaben 19 Prozent der Befragten an, sich im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rente zu verlassen. Besonders ausgeprägt ist das bei der rentennahen Gruppe der 55- bis 64-Jährigen, unter denen 21 Prozent mit keiner weiteren Einkommensquelle planen. Noch deutlicher fällt der Wert bei Frauen aus: 59 Prozent von ihnen rechnen im Ruhestand allein mit der gesetzlichen Rente. Unter Teilzeitkräften liegt der Anteil bei 26 Prozent.

Gender Gap: Niedrige Renten treffen vor allem Frauen

Die tatsächlichen Rentenzahlungen verdeutlichen das finanzielle Risiko. Im Jahr 2025 erhielt eine Frau aus der gesetzlichen Rentenversicherung durchschnittlich 985 Euro pro Monat, ein Mann 1.486 Euro. Ruedi Kubat, CEO von Allianz Leben, sagt: „Fast jeder fünfte Deutsche verlässt sich allein auf die gesetzliche Rente. Auch vor diesem Hintergrund müssen wir verstärkt über finanzielle Vorsorge sprechen. Wenn die Rentenreform dazu einen Impuls gibt, umso besser.“

Generationenunterschiede zeigen sich auch beim Einsatz von Kapitalanlagen. Ein Drittel aller Befragten plant, im Ruhestand auf Erträge aus Kapitalanlagen zurückzugreifen. Bei der Generation Z – also den Jahrgängen 1997 bis 2012 – sind es 38 Prozent. Bei den Baby-Boomern der Jahrgänge 1946 bis 1964 liegt dieser Anteil mit 31 Prozent etwas niedriger. Diese Altersgruppe setzt stärker auf eine Kombination aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung und privater Altersvorsorge.

Wer kurz vor dem Renteneintritt steht, nutzt Kapitalanlagen dem Index zufolge vorrangig zum Vermögensaufbau. Das Medianvermögen dieser Generation liegt laut einem Bericht des Instituts der Deutschen Wirtschaft bei rund einer Viertelmillion Euro.

ETFs als ein Baustein – aber kein Ersatz für Altersvorsorge

Kubat ordnet die Rolle von ETFs und Aktien ein: „ETFs und auch Aktien sind durchaus Bausteine für den mittel- und langfristigen Vermögensaufbau – Altersvorsorge ist aber mehr. Sie muss über Jahrzehnte hinweg verlässlich funktionieren und vor allem ein stabiles, zuverlässiges Einkommen im Ruhestand ermöglichen. Und zwar dann, wenn die Kundinnen und Kunden das brauchen. Viele populäre ETFs sind stark auf einzelne Regionen und wenige große Unternehmen konzentriert. Das birgt das Risiko von erheblichen Kursschwankungen.“

Die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge soll den Zugang zur Eigenvorsorge erleichtern, die Produktpalette flexibilisieren und die Förderung vereinfachen. Allianz Leben plant, Angebote in allen drei förderfähigen Produktkategorien zu entwickeln: dem klassischen Altersvorsorgevertrag, dem Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie sowie dem gesetzlich festgelegten Standarddepot, das auf zwei Fonds beschränkt ist und ebenfalls keine Garantie vorsieht.

Allianz plant Angebot mit 80-Prozent-Garantie

Beim Altersvorsorgevertrag will Allianz Leben eine Lösung mit einer Beitragsgarantie von 80 Prozent anbieten.

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