DAX-Konzerne erreichen Rekordwert bei der bAV-Ausfinanzierung

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Die betriebliche Altersversorgung der größten deutschen Börsenkonzerne steht auf solidem Fundament.

Die Pensionsverpflichtungen der DAX-Konzerne sind 2025 auf rund 296 Milliarden Euro gesunken. Ein Rückgang von fast 29 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Treiber ist das gestiegene Zinsniveau. Doch gleichzeitig beginnt mit den Babyboomern eine neue Phase für die betriebliche Altersversorgung.

Die betriebliche Altersversorgung der größten deutschen Börsenkonzerne steht auf solidem Fundament. Das zeigt die aktuelle Analyse der DAX-Geschäftsberichte 2025, die das Beratungsunternehmen Aon veröffentlicht hat. Demnach sind die Gesamtpensionsverpflichtungen der DAX-Konzerne im abgelaufenen Geschäftsjahr von rund 325 Milliarden Euro auf etwa 296 Milliarden Euro gesunken – ein Rückgang von rund neun Prozent.


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Wesentlicher Treiber ist laut Aon das gestiegene Zinsniveau. Denn zukünftige Renten- und Leistungszahlungen werden mit dem Rechnungszins auf ihren heutigen Wert abgezinst: Je höher der Zins, desto geringer der in der Bilanz ausgewiesene Barwert der Verpflichtungen. Der durchschnittliche Rechnungszins für die deutschen Pensionsverpflichtungen lag 2025 bei 4,11 Prozent, nach 3,44 Prozent im Vorjahr. Die Bandbreite reichte von 3,85 bis 4,60 Prozent.

Im Unterschied zur gesetzlichen Rentenversicherung, die auf dem Umlageverfahren basiert, wird die bAV kapitalgedeckt finanziert. Zusagen werden über Pensionsrückstellungen in der Unternehmensbilanz erfasst, die durch separiertes Planvermögen reduziert werden können – aus diesem werden später die Betriebsrenten ausgezahlt.

Deckungsgrad klettert auf 87 Prozent

Der Deckungsgrad der Pensionspläne, also das Verhältnis von Planvermögen zu Pensionsverpflichtungen, stieg von 81 auf 87 Prozent und erreicht damit einen der höchsten Werte der vergangenen Jahre. Bereits rund jeder vierte DAX-Konzern hat seine Pensionsverpflichtungen vollständig durch Planvermögen abgesichert.

Die Anlagestrategien der Unternehmen sind dabei nicht auf maximale Rendite ausgerichtet, sondern auf eine verlässliche, risikoadäquate Finanzierung der Versorgungszusagen. Das Planvermögen besteht überwiegend aus Unternehmens- und Staatsanleihen, ergänzt durch Aktien, Fonds, Versicherungsprodukte und Immobilien. Mithilfe von Asset-Liability-Analysen werden Struktur und Laufzeiten der Anlagen regelmäßig an die erwarteten Zahlungsströme aus den Pensionsplänen angepasst.

Neben eigenen Pensionsplänen können die Konzerne Beiträge an externe Versorgungseinrichtungen leisten – etwa Pensionskassen, Pensionsfonds, Unterstützungskassen oder Versicherungen. Diese Aufwände erfordern keine Rückstellungsbildung und werden in den Geschäftsberichten als sogenannte Defined-Contribution-Aufwände ausgewiesen, wobei insbesondere außerhalb Deutschlands verbreitete Beitragszusagen zu Buche schlagen.

Babyboomer treiben Leistungsauszahlungen

„Die DAX-Konzerne sind bei der bAV gut aufgestellt: Hohe Ausfinanzierungsgrade und an den Verpflichtungen orientierte Anlagestrategien sorgen dafür, dass ein für viele Mitarbeitende zentrales Benefit langfristig solide abgesichert ist“, sagt Angelika Brandl, Partner und Head of Retirement Germany bei Aon.

Seit Anfang 2026 ist der Rechnungszins erneut um rund 25 Basispunkte gestiegen, was die Pensionsverpflichtungen weiter im Milliardenbereich reduziert. Gleichzeitig beginnt eine neue demografische Phase: Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer erreichen das Rentenalter. Im Jahr 2025 zahlten die DAX-Konzerne insgesamt knapp 16 Milliarden Euro an Renten und sonstigen bAV-Leistungen aus – für 2026 ist aufgrund des verstärkten Renteneintritts mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Der Dienstzeitaufwand für aktive Mitarbeitende lag 2025 bei rund 5,5 Milliarden Euro und sank damit gegenüber dem Vorjahr um rund 400 Millionen Euro. Ob dieser Rückgang auf das gestiegene Zinsniveau, eine sinkende Zahl an Begünstigten oder ein rückläufiges Leistungsniveau zurückzuführen ist, lässt sich aus den veröffentlichten Daten nicht abschließend beurteilen.

Hochtief neu im DAX, Porsche SE ausgeschieden

Mit Hochtief ist ein neues Unternehmen in den DAX aufgestiegen, das Pensionsverpflichtungen von knapp 600 Millionen Euro ausweist, die durch Planvermögen von 367 Millionen Euro teilweise gedeckt sind. Aus dem Index ausgeschieden ist dagegen Porsche SE mit vergleichsweise geringen Pensionsrückstellungen von 32 Millionen Euro.

„Sollte sich das Zinsniveau bis Jahresende auf hohem Niveau stabilisieren oder sogar weiter steigen, werden wir weitere DAX-Konzerne mit vollständig ausfinanzierten Pensionsverpflichtungen sehen“, sagt Christoph Tellmann, Senior Consultant bei Aon Wealth Solutions Germany. „Vollständig gedeckte Pensionsverpflichtungen sind sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmende positiv, denn sie stabilisieren die Liquidität, erhöhen den Insolvenzschutz und steigern das Vertrauen der Beschäftigten in die bAV.“


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