Rheinmetall, RENK oder Hensoldt: Welche Rüstungsaktie hat den besten Cashflow?

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Chancen und Risiken

Die strukturell steigenden Verteidigungsbudgets in Deutschland und Europa, unterlegt durch das EU-Programm SAFE und die Nato-Ausgabenziele, dürften die Auftragsbücher aller drei Konzerne auf Jahre hinaus stützen. Mit dem Abarbeiten der prall gefüllten Auftragsbestände sollten sich zudem die Kundenanzahlungen normalisieren, was tendenziell allen drei Unternehmen beim Cashflow helfen dürfte.

Auf der Risikoseite können politische Entscheidungen Planungen kurzfristig durchkreuzen, wie die Stornierung des F126-Fregattenprogramms zeigt, die Rheinmetalls Umsatzprognose 2026 um 300 Millionen Euro reduzierte. Zudem bergen die hohen Bewertungen aller drei Aktien ein Rückschlagrisiko, sollte sich das Wachstumstempo verlangsamen oder die Cash-Konversion langsamer verbessern als vom Markt erwartet. Schließlich sind die berichteten Ergebnisgrößen, operatives Ergebnis, bereinigtes EBIT, bereinigtes EBITDA, nicht einheitlich definiert. Das erschwert Vergleiche und erfordert bei der Einzeltitelauswahl eine genaue Lektüre der Geschäftsberichte.

Einordnung für Berater und Vermögensverwalter

Eine einzige beste Cashflow-Aktie unter den drei deutschen Rüstungswerten lässt sich aus den Halbjahreszahlen 2026 nicht ableiten, dafür unterscheiden sich Geschäftsmodelle, Berichtsgrößen und Wachstumsphasen zu stark. Wer die reine Fähigkeit sucht, Wachstum bereits heute in Cash umzusetzen, findet sie am ehesten bei RENK: als einziger der drei Titel mit positivem freien Cashflow im ersten Halbjahr und einer Cash-Konversionsrate, die sich der 100-Prozent-Marke nähert, allerdings bei deutlich geringerem Wachstumstempo und einem kleineren Auftragspolster als die Konkurrenz.

Rheinmetall bietet das mit Abstand größte Wachstum, die größte Marge und den mit weitem Abstand größten Auftragsbestand, zahlt dafür aber aktuell mit einem deutlichen Cash-Abfluss, den das Management für das Gesamtjahr in einen Umschwung verwandeln will. Hensoldt liegt bei nahezu allen Kennzahlen zwischen den beiden anderen, bei der Bewertung an der Börse ist der Titel jedoch der teuerste im Trio, was die Messlatte für die Margen- und Cashflow-Entwicklung im zweiten Halbjahr zusätzlich erhöht.

Wer auf Wachstum und Marktführerschaft setzt, kommt an Rheinmetall kaum vorbei, muss aber die Cashflow-Entwicklung im zweiten Halbjahr genau beobachten. Wer bereits heute Wert auf nachweisbare Cash-Generierung legt, findet bei RENK das überzeugendste Profil, bei geringerer Wachstumsdynamik. Hensoldt schließlich verlangt von Anlegern den größten Vertrauensvorschuss, da die Bewertung bereits einen erheblichen Teil der erwarteten Margen- und Cashflow-Verbesserung vorwegnimmt.

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