Rheinmetall: Warum das Rekordorderbuch allein nicht mehr genügt

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Rheinmetall-Logo auf Rüstungsfahrzeug
Bei Rheinmetall achten Anleger auf Marge, Cashflow und den Ausbau der Produktionskapazitäten.
Bei Rheinmetall achten Anleger auf Marge, Cashflow und den Ausbau der Produktionskapazitäten.

Rheinmetall verfügt über volle Auftragsbücher und steigende Umsätze. Vor den Quartalszahlen rücken jedoch Margen, Produktionskapazitäten und Cashflow in den Mittelpunkt. Daran entscheidet sich, ob die Erholung der Aktie trägt.

Am Donnerstag legt Rheinmetall die Zahlen für das zweite Quartal vor. Seit dem Tief im Juni hat sich die Aktie zwar um rund 35 Prozent erholt, das Chartbild bleibt jedoch angeschlagen. Zeitweise hatte sich der Kurs gegenüber dem Rekordhoch mehr als halbiert und die Aktie schloss sieben der vergangenen zehn Monate im Minus. Mit einem Forward-KGV von rund 28 bleibt die Bewertung hoch. Jetzt verlangt der Markt den Nachweis, dass Rheinmetall sein Wachstum skalieren kann. 


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Die vorläufigen Zahlen zeigen bereits eine operative Marge von 17,1 Prozent. Entscheidend wird nun sein, ob Skaleneffekte, der margenstarke Technologiebereich und die Preismacht bei Neuverträgen dieses Niveau langfristig sichern können. Ob das gelingt, werden Anleger vor allem am operativen freien Cashflow ablesen. Da Rheinmetall für neue Fabriken und Rohstoffe hohe Vorleistungen erbringen muss, richtet sich der Blick vor allem auf den Zeitpunkt einer nachhaltigen Cashflow-Wende.  

Langfristig bleibt die Investmentstory intakt. Das größte Risiko ist derzeit nicht die Nachfrage, sondern der Ausbau der Produktionskapazitäten. Das Orderbuch hat erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro überschritten und sorgt für hohe Planungssicherheit. Der Umsatzsprung von knapp 70 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro zeigt, dass aus der anfänglichen Krisennachfrage ein langfristiger Aufrüstungszyklus geworden ist. Gleichzeitig verbreitert Rheinmetall sein Portfolio gezielt in margenstarken Zukunftsfeldern. 

Kurzfristig richtet sich der Blick vieler Anleger dennoch auf den Ölpreis, der als Gradmesser für die Lage im Nahen Osten gilt. Starke Schwankungen beim Ölpreis können Rüstungsaktien kurzfristig deutlich bewegen, weil sie häufig als Signal für eine Zu- oder Abnahme geopolitischer Risiken interpretiert werden. An der langfristigen Investmentstory von Rheinmetall ändert das kurzfristig jedoch wenig.

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.


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