So wirkt sich die Nachfrage nach Infrarotsensoren auf Rüstungsaktien aus

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Montage aus einer kreisenden Drohne, einem Abwehrsystem mit Radar und einem Infrarot-Sensormodul im Vordergrund.
KI-generiert mit OpenAI
Counter-UAV-Systeme sollen kreisende Loitering Munition frühzeitig erkennen - ein Marktsegment, in dem Sensorhersteller wie SCD zunehmend gefragt sind.

Der israelische Sensorhersteller SCD hat Aufträge über rund 40 Millionen Dollar für hochauflösende Infrarotdetektoren erhalten. Gefragt ist die Technik unter anderem für Grenzsicherung und Drohnenabwehr. Cash. zeigt, wer hinter SCD steht und was der Auftragseingang für Rüstungsaktien bedeutet.

Der israelische Sensor-Spezialist SCD (Semi Conductor Devices) verbuchte im Oktober 2026 gleich drei neue Aufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 40 Millionen US-Dollar. Bestellt haben Kunden in Nordamerika und Europa hochauflösende Detektoren im mittleren Infrarotbereich (MWIR). Zum Einsatz kommen sie in der Luftfahrt, in der Raumfahrt und im Heimatschutz. Dazu zählen die Grenzsicherung, der Schutz kritischer Infrastruktur, Abwehrsysteme gegen Drohnen (Counter-UAV) sowie die luftgestützte Fernerkundung. Die Auslieferung soll 2027 beginnen. Namen einzelner Auftraggeber nennt das Unternehmen nicht.

Der Auftragseingang reiht sich in eine Serie staatlicher und privater Investitionen bei SCD ein. Für Anleger ist er deshalb auch ein Signal aus einem Markt, den institutionelle Investoren seit Jahren aufmerksam verfolgen.

Wer hinter dem Sensorhersteller SCD steht

SCD wurde 1984 gegründet; der Firmensitz liegt in Misgav, einer Ortschaft im Norden Israels nahe Haifa. Hinter dem Unternehmen stehen gemeinsam die beiden israelischen Rüstungskonzerne Rafael Advanced Defense Systems und Elbit Systems als Gesellschafter. Seit vier Jahrzehnten entwickelt SCD Infrarotdetektoren für militärische und sicherheitsrelevante Anwendungen. Das Portfolio deckt dabei die drei gängigen Spektralbereiche ab: SWIR (kurzwelliges Infrarot), MWIR (mittelwelliges Infrarot) und LWIR (langwelliges Infrarot).

Warum Counter-UAV-Technik die Nachfrage nach Infrarotsensoren treibt

SCD-Chef Kobi Zaushnizer sieht hochauflösende MWIR-Sensoren auf dem Weg vom Nischenprodukt zum Standard. „Der Sensor muss auf das System zugeschnitten sein!“, sagt Zaushnizer im Gespräch mit dem Fachmedium defence-network.com. Bei Beschaffungsentscheidungen trete der Anschaffungspreis demnach zunehmend hinter Reichweite und Leistungsfähigkeit zurück.

Laut Zaushnizer verlangen Kunden mittlerweile, dass Drohnen der Gewichtsklasse Group 2 bereits aus drei bis fünf Kilometern Distanz erkannt werden. Diese Zahl basiert jedoch auf Unternehmensangaben und ist von dritter Seite nicht bestätigt.

Infobox: Wie das US-Verteidigungsministerium Drohnen klassifiziert

Unbemannte Luftfahrzeuge teilt das US-Verteidigungsministerium anhand von Gewicht, Flughöhe und Geschwindigkeit in insgesamt fünf Kategorien ein. Gruppe 2 fasst Drohnen mit einem Gewicht zwischen neun und 25 Kilogramm zusammen. Diese erreichen Flughöhen von bis zu etwa 3.500 Fuß. Systeme zur Drohnenabwehr (Counter-UAV) müssen Flugobjekte dieser Größenordnung zuverlässig erfassen können.


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Vom Sparrow bis Robin: das Sensor-Portfolio von SCD

Zum Portfolio zählen unter anderem die Familien Sparrow und Sparrow-HD, Mini Blackbird, Crane, Blackbird SXGA sowie Hercules. Im April 2026 kam Robin hinzu: eine Familie ungekühlter LWIR-Detektoren mit zwölf Mikrometer Pixelgröße für agile, nicht stabilisierte Plattformen. Darüber berichtete das Fachmagazin Armada International.

Israel fördert die heimische Produktion von Infrarotsensoren

Im September 2025 sagte das israelische Verteidigungsministerium über das Programm „Blue and White“ eine Investition in den Ausbau der SCD-Produktionskapazitäten zu. Sie betrifft Sensoren der Bereiche SWIR, MWIR und LWIR.

Bei der genauen Summe widersprechen sich die Quellen: Calcalistech beziffert sie auf etwa 115 Millionen US-Dollar, andere Berichte sprechen von bis zu 155 Millionen US-Dollar. Eine verlässliche, übereinstimmende Zahl lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten. Ziel der Förderung ist laut den Berichten mehr Unabhängigkeit bei Infrarotsensorik.

Was der Auftragseingang für Rüstungsaktien bedeutet

Für Anleger, die sich mit Rüstungsaktien befassen, ist der Auftragseingang mehr als eine Randnotiz. Er verweist auf die strukturelle Wachstumsdynamik im Rüstungs- und Dual-Use-Sektor, in den institutionelle Anleger, Vermögensverwalter und Spezialfonds zunehmend investieren. Getrieben wird die Nachfrage nach Hochleistungssensorik zudem von geopolitischen Spannungen, vom Ukraine-Krieg über die Grenzsicherung in Osteuropa bis zu den Konflikten im Nahen Osten.

Anleger erreichen SCD vor allem indirekt: über Rüstungs- und Verteidigungs-ETFs sowie über Beteiligungen an Elbit Systems und Rafael-nahen Wertpapieren. Außerdem ist die Entwicklung für die Risikoeinschätzung von Lieferketten- und Industriewerten im Portfolio relevant.

Einschränkend gilt: Die Aussagen zu Markttrend und Reichweiten stammen überwiegend vom SCD-Chef selbst und geben damit die Unternehmensperspektive wieder.

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