In der Straße von Hormus scheint sich die Zukunft der globalen Finanzmärkte zu entscheiden. Die Meerenge wurde am vergangenen Freitag kurzzeitig wieder geöffnet, dann aber im Zuge der am Wochenende eskalierenden Spannungen erneut geschlossen. Die Unsicherheit bleibt groß, doch die diplomatischen Bemühungen gehen weiter – was ein ermutigendes Zeichen ist. „Die Anlageklassen haben unterschiedlich auf die Entwicklungen reagiert“, sagt Benoit Anne, Anlageexperte bei MFS Investment Management.
“Unserer Ansicht nach verhalten sich die Aktienmärkte weltweit so, als stünde der Konflikt kurz vor einer Lösung. Insbesondere US-Indizes durchbrechen sogar die Höchststände aus der Zeit vor dem Krieg. Einfach ausgedrückt: Es gibt keine deutlichen Anzeichen für Verwerfungen am Aktienmarkt.
Auf festverzinsliche Wertpapiere trifft das jedoch nicht zu. Wir beobachten Ungleichgewichte bei kurzlaufenden Anleihen in einigen Märkten der Eurozone, wo die Möglichkeit künftiger Zinserhöhungen offenbar überbewertet wurde. Unsere bevorzugten Märkte sind aktuell Kanada, Großbritannien und die Eurozone, für die nach unserer Meinung die geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken falsch eingepreist sind. Zudem sehen wir Spielraum dafür, dass der Dollar wieder abwertet.
Die Spreads von Unternehmensanleihen sind insgesamt wieder deutlicher enger geworden, wodurch der Renditepuffer gegen Kursverluste schrumpft. Deshalb dürfte die Titelauswahl in Zukunft entscheidend sein, da einige Fundamentaldaten auf Einzelwert-Ebene falsch bewertet erscheinen. Das momentane Marktumfeld ist herausfordernd – aber schafft auch Chancen.”












