Überraschung: Geschäftsklima im Mittelstand verbessert sich deutlich

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Foto: KfW-Bildarchiv / Rüdiger Nehmzow
Logo der KfW an ihrem Gebäude.

Die Stimmung im deutschen Mittelstand hat sich im Juli spürbar aufgehellt. Vor allem die Geschäftserwartungen ziehen deutlich an, wobei sich die Verbesserung durch nahezu alle Branchen zieht. Trotz der positiven Entwicklung bleibt das wirtschaftliche Umfeld anfällig.

Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand hat sich im Juli deutlich verbessert. Der Geschäftsklimaindex steigt um vier Zähler auf minus 17,3 Punkte. Ausschlaggebend sind vor allem die deutlich besseren Geschäftserwartungen, aber auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage fällt positiver aus. Trotz des Anstiegs liegt das Stimmungsniveau weiterhin klar unter dem langfristigen Durchschnitt.

Das zeigt das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer. KfW Research wertet dafür monatlich die Konjunkturumfragen des ifo Instituts aus und unterscheidet nach Unternehmensgröße sowie den wichtigsten Wirtschaftsbereichen. Grundlage sind die Angaben von rund 9.500 Unternehmen, darunter etwa 8.000 mittelständische Betriebe.


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Die bessere Stimmung zeigt sich im Juli in allen untersuchten Branchen. Besonders deutlich fällt der Anstieg im Verarbeitenden Gewerbe aus, wo das Geschäftsklima um 9,7 Zähler zulegt. Auch im Einzel- und Großhandel verbessert sich die Stimmung spürbar. Vergleichsweise moderat fällt der Anstieg im Bauhauptgewerbe und im Dienstleistungssektor aus. Parallel dazu steigen die Beschäftigungserwartungen im Mittelstand um 4,1 Zähler auf minus 7,4 Punkte.

Bei Großunternehmen kaum Bewegung

Bei den Großunternehmen zeigt sich im Juli dagegen kaum Bewegung. Das Geschäftsklima sinkt leicht um 0,1 Zähler. Während sich die Geschäftserwartungen verbessern, verschlechtern sich die Urteile zur aktuellen Lage. Insgesamt bleibt der Abstand zum Stimmungsniveau im Mittelstand gering.

Nach Einschätzung von KfW Research dürften die Juli-Ergebnisse unter anderem vom Reformprogramm der Regierungskoalition geprägt sein. Insbesondere die angekündigten Maßnahmen zum Bürokratieabbau sowie die zwischenzeitliche Entspannung im Iran-Krieg könnten die Stimmung gestützt haben.

Die Absatzpreiserwartungen gehen unterdessen erneut zurück. Im Mittelstand sinken sie um 1,8 Zähler, bei den Großunternehmen um 6,6 Zähler. Nach dem dritten Rückgang in Folge liegen die Preiserwartungen damit nicht mehr deutlich über dem Niveau vor dem Iran-Krieg.

KfW sieht trotz besserer Stimmung weiter Risiken

„Der Mittelstand blickt wieder nach vorn. Wahrscheinlich hat sich die Stimmung auch durch das noch vor der Sommerpause auf den Weg gebrachte Reformprogramm verbessert, mit dem die Regierungskoalition ihre Kompromissfähigkeit unter Beweis gestellt hat und insbesondere beim Thema Bürokratie auch eine erhebliche Entlastung verspricht“, sagt Philipp Scheuermeyer, Konjunkturexperte bei KfW Research. „Insgesamt bleibt das Umfeld jedoch fragil: Bei einer anhaltend stockenden Ausfuhr aus der Golfregion ist das Rückschlagrisiko weiterhin groß, selbst wenn die Konjunkturdaten bisher stabil sind.“


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