Wertpapierkredite auf Rekordniveau: Warnsignal für Anleger?

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Marktkorrekturen voraus? Ein Blick auf die Entwicklung der Wertpapierkredite in den USA zeigt ein Muster, das Anlegern bekannt vorkommen dürfte.

Der Verschuldungsgrad bei US-Wertpapierkrediten erreicht ein Niveau wie vor der Dotcom-Blase und der Finanzkrise. Was das für Anleger bedeutet.

Marktkorrekturen kündigen sich in aller Regel nicht frühzeitig an. Ein Blick auf die Entwicklung der Wertpapierkredite in den USA zeigt jedoch ein Muster, das Anlegern bekannt vorkommen dürfte. Die Kreditaufnahme hat ein Niveau erreicht, das vor der Dotcom-Blase und der Finanzkrise zu beobachten war.


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Dr. Thomas Neukirch, Leiter Strategische Asset Allokation und Hedgefonds beim Family Office HQ Trust, hat für die vergangenen 30 Jahre untersucht, ob und wie stark die Kreditaufnahme auf Wertpapiere US-amerikanischer Anleger mit großen Börsenkorrekturen zusammenhängt. Als Maßstab dient ihm der Verschuldungsgrad: das Verhältnis des Volumens aller Kredite auf Wertpapier-Marginkonten zur Geldmenge M2 in den USA. Der Verschuldungsgrad zeigt damit, wie stark Wertpapierkäufe im Verhältnis zur verfügbaren Geldmenge kreditfinanziert sind.

„Die größten drei Drawdowns des S&P 500 innerhalb der letzten 30 Jahre liegen im Bereich -25 Prozent bis unter -50 Prozent“, sagt Neukirch. „Diesen Drawdowns gingen jeweils Phasen voraus, in denen die Wertpapierkreditaufnahme im Verhältnis zur verfügbaren Geldmenge erheblich angestiegen war.“ Bemerkenswert sei zudem ein weiteres Muster: „Interessant ist, dass vor Beginn der Aktienmarktkorrekturen jeweils schon ein Rückgang des Verschuldungsgrades eingesetzt hatte.“

Aktuelles Niveau erinnert an frühere Krisenphasen

„Aktuell befinden wir uns in einer Phase, die vom Verschuldungsgrad nur mit der Dotcom-Blase sowie der Zeit vor der Finanzkrise zu vergleichen ist“, sagt Neukirch. Daraus folgt nach seiner Einschätzung jedoch keine Automatik: „Dies bedeutet jedoch nicht, dass nun zwangsläufig eine Korrektur größeren Ausmaßes eintreten muss. Vielmehr deutet es darauf hin, dass im Falle einer Korrektur diese vermutlich größer ausfallen wird.“

Die aktuelle Hausse werde zu einem Großteil von Tech- und KI-Werten getragen. Laut Neukirch kann dies den gesamten Aktienmarkt weiter stützen, „solange dort die Gewinnentwicklungsdynamik intakt bleibt“.

HQ Trust reagiert mit Untergewichtung

Aufgrund des erhöhten Risikos ist HQ Trust aktuell in Aktien untergewichtet und fährt innerhalb der Aktienquote eine Untergewichtung Nordamerikas relativ zur Benchmark


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