Auf dem Land lebt es sich gefühlt gesünder als in der Stadt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Forsa-Umfrage, die Forsa im Auftrag der Barmer durchgeführt hat. 47 Prozent der Befragten aus ländlichen Regionen stufen ihr Wohnumfeld als sehr gesund ein – unter Stadtbewohnern sind es nur 27 Prozent. Über alle Wohnorte hinweg halten 39 Prozent ihr Umfeld für sehr gesund, 56 Prozent für eher gesund und fünf Prozent für eher ungesund.
„Das Wohnumfeld ist von hoher gesundheitlicher Relevanz. Je besser das Wohnumfeld, desto mehr kommt das dem Wohlbefinden zugute“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Neben dem Wohnort beeinflusst auch das Einkommen die Wahrnehmung deutlich. Nur 34 Prozent der Befragten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen unter 3.000 Euro bezeichnen ihr Wohnumfeld als sehr gesund. Bei Personen mit mindestens 5.000 Euro monatlich sind es 46 Prozent.
Luftqualität schneidet in der Stadt am schlechtesten ab
Innerhalb der einzelnen Faktoren zeigen sich ebenfalls klare Unterschiede. Die Verfügbarkeit von Grünflächen und Parks bewerten 61 Prozent der Befragten als sehr gesund – die Luftqualität hingegen nur 41 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Stadt-Land-Unterschied bei der Luft: In ländlichen Regionen stufen 54 Prozent die Luftqualität als sehr gesund ein, in der Stadt nur 20 Prozent.
Ähnliche Abstände zeigen sich bei weiteren Kategorien. Grünflächen und Parks halten 73 Prozent der Landbewohner für sehr gesund, in der Stadt sind es 45 Prozent. Beim Nachbarschaftsklima liegen die Werte bei 52 zu 35 Prozent, bei Bewegungsmöglichkeiten wie Radwegen und Sportanlagen bei 51 zu 36 Prozent und beim Thema Sicherheit bei 51 zu 34 Prozent.
Lediglich bei der Nahversorgung mit gesunden Lebensmitteln gibt es keinen nennenswerten Unterschied: Hier liegen Land- und Stadtbewohner mit 49 zu 47 Prozent nahezu gleichauf.
Einkommenseffekt zieht sich durch alle Kategorien
Der Einfluss des Einkommens zeigt sich auch in den Detailkategorien. Die häusliche Situation – also die eigenen vier Wände – bewerten 35 Prozent der Befragten mit einem Monatseinkommen unter 3.000 Euro als sehr gesund, unter Personen mit mindestens 5.000 Euro sind es 59 Prozent. Bei der Nahversorgung mit gesunden Lebensmitteln liegt das Verhältnis bei 39 zu 55 Prozent.
Forsa befragte für die Untersuchung zwischen Januar und Februar 2026 im Auftrag der Barmer 1.791 Personen ab 18 Jahren in computergestützten Telefoninterviews. Gewichtet wurde nach Region, Alter, Geschlecht und Schulbildung. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus beziehungsweise minus 3,2 Prozentpunkten.















