bKV, Prävention, Arbeitszeiten: Warum Arbeitgeber beim Gesundheitsschutz umdenken

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Benefits bringen mehr - sie erhöhen die Mitarbeitergesundheit und die Mitarbeiterbindung
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Mitarbeiterleistungen als Arbeitsprämien zur Förderung der Mitarbeiterbindung person concept. Company staff satisfaction boost and perks package with financial motivation, vacations and insurance vector illustration.

Betriebliche Gesundheitsleistungen werden neu gedacht: Statt Mitarbeitenden einfach mehr Versicherungsschutz zu finanzieren, wollen Unternehmen ihnen künftig vor allem den Zugang zur Versorgung erleichtern. Das ist auch eine wirtschaftliche Frage. Doch die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist noch groß.

Gesundheitsleistungen gewinnen als betriebliche Benefits weiter an Gewicht – doch die Anforderungen an solche Programme verschieben sich. Nach Einschätzung von MRH Trowe Benefits Brokers geht es Arbeitgebern zunehmend nicht mehr nur darum, ihren Mitarbeitenden zusätzliche Leistungen zu finanzieren. Entscheidender werde es, ihnen den Weg ins Versorgungssystem zu ebnen.


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„Wir beobachten beim betrieblichen Gesundheitsmanagement einen klaren Trend: Über zusätzliche Versicherungsleistungen hinaus ist konkrete Unterstützung im Versorgungsalltag gefragt“, sagt Sandra Mekler, Managing Partner bei MRH Trowe Benefits Brokers. „Es geht zunehmend darum, Hürden abzubauen – etwa bei der Terminvereinbarung, beim Zugang zu Fachärzten oder bei der Orientierung im Gesundheitssystem. Diese Hürden wird auch die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung nicht beseitigen.“

MRH Trowe begleitet nach eigenen Angaben rund 20.000 Unternehmen im Bereich Benefits und unterstützt damit Lösungen für insgesamt fast eine Million Beschäftigte. Aus dieser Marktbeobachtung heraus beschreiben die Experten einen strukturellen Wandel: Vorsorge- und Gesundheitsangebote seien grundsätzlich vorhanden, würden jedoch nicht konsequent genutzt – und das nicht allein wegen mangelnder Motivation. Lange Wartezeiten, komplizierte Abläufe, Fachärztemangel und unklare Zuständigkeiten erschwerten den Weg zur passenden Versorgung zusätzlich.

Zugang statt Finanzierung: Der Paradigmenwechsel im bGM

„Der Fokus verschiebt sich von der Finanzierung zur Aktivierung“, sagt Mekler. „Wer Prävention stärken will, muss nicht nur Leistungen bereitstellen, sondern den Zugang dazu einfacher machen.“

Wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit tatsächlich ist, belegen aktuelle Zahlen: Laut einer YouGov-Studie im Auftrag von Doctolib halten zwar 84 Prozent der Deutschen Vorsorgeuntersuchungen für wichtig, doch weniger als die Hälfte nimmt entsprechende Angebote regelmäßig wahr. Jeder vierte Deutsche verzichtet gänzlich auf Vorsorge. Parallel dazu wächst der wirtschaftliche Druck auf Unternehmen: Laut Robert-Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich mehr als eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Jede sechste Frau und jeder siebte Mann erhält die Diagnose bereits vor dem 65. Lebensjahr – also noch während der Erwerbstätigkeit.

Die Folgen für Betriebe sind messbar. Krebserkrankungen und andere schwere Erkrankungen verursachen häufig lange Ausfallzeiten. Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen machen zwar nur einen kleinen Teil aller Krankmeldungen aus, verursachen aber einen erheblichen Anteil der gesamten Fehltage, wie Gesundheitsreports von Krankenkassen aufzeigen.

Gesundheit als wirtschaftlicher Risikofaktor für KMU

„Für Arbeitgeber geht es deshalb nicht allein um Mitarbeiterbindung, sondern auch um Risikomanagement“, sagt Sandra Mekler. „Steigende Krankenstände, psychische Belastungen, Fachkräftemangel und eine alternde Gesellschaft machen Gesundheit zu einem wirtschaftlichen Faktor. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen spüren Ausfälle oft unmittelbar.“

Neue Versorgungskonzepte setzen genau an diesen strukturellen Schwachstellen an und ergänzen klassische Benefit-Programme um einen konkreten Versorgungsnutzen. Dazu zählen digitale Terminservices, Facharztvermittlungen, telemedizinische Angebote, Vorsorge-Checks, Zweitmeinungsservices und Gesundheitsbudgets. MRH Trowe bietet unter dem Namen „CancerSecure“ ein Programm an, das im Falle einer Krebserkrankung Zugang zu personalisierter Präzisionsmedizin und einem weltweiten Netzwerk von Spezialisten ermöglicht.

Damit erhalten Beschäftigte Unterstützung dort, wo das Gesundheitssystem im Alltag häufig als schwer zugänglich gilt. Für Unternehmen eröffnet das die Möglichkeit, Ausfallzeiten zu reduzieren und die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken.

Früherkennung als unternehmerische Verantwortung

„Viele Erkrankungen nehmen nicht deshalb einen schweren Verlauf, weil es keine Behandlungsmöglichkeiten gäbe, sondern weil sie zu spät erkannt werden“, sagt Mekler. „Prävention ist deshalb nicht länger reine Privatsache. Wer Gesundheit im Unternehmen ernst nimmt, sollte niedrigschwellige Zugänge schaffen.“

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