27. März 2017, 08:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Tilgungsoptionen im Niedrigzinsumfeld

Zwar erleichtern die Niedrigzinsen den Eigenheimkauf, jedoch bergen sie auch Gefahren. Durch die geringen Zinsen werden die monatlichen Raten insgesamt niedriger, wodurch die Tilgung in geringerem Maße ansteigt. Viele Produktgeber verlangen daher höhere Tilgungsraten.

Tilgungsoptionen

Sondertilgung ist fast schon eine Standardoption geworden.

“Die durchschnittlichen Tilgungssätze sind deutlich in die Höhe gegangenen. Dies ist in der aktuellen Niedrigzinsphase eine gesunde Entwicklung”, sagt Jörg Haffner, Geschäftsführer bei Qualitypool.

Auch Thomas Hein, Leiter Partnervertrieb bei ING-Diba, sieht dies als wesentlich an. “Immobilienkäufer sollten eine ausreichende Tilgung wählen, um eine vernünftige Darlehenslaufzeit zu erreichen. Wir verlangen keine Mindesttilgung, empfehlen aber, in der Beratung eine Tilgung von mindestens drei Prozent anzustreben”, berichtet er.

Allerdings sei dies kein unverrückbares Dogma. “Wir wollen unseren Vertriebspartnern und unseren Kunden natürlich die Flexibilität geben, am Ende selbst zu entscheiden, welche Tilgung gewünscht ist”, unterstreicht Hein.

Auf Sondertilgungen setzen

So gebe es etwa Kunden, die lieber die Tilgung niedriger wählen und dafür auf Sondertilgungen setzen, etwa bei hohen variablen Gehaltsanteilen.

Nach Beobachtung von Robert Annabrunner, Bereichsleiter Vertrieb Drittvertrieb bei der Postbank-Tochter DSL Bank, setzen viele Immobilienkäufer spätestens bei der Anschlussfinanzierung ihre Tilgung herauf. “Wir sehen sowohl im Prolongationsbereich als auch im Forward-Bereich die Motivation, mindestens bei der gleichen monatlichen Rate zu bleiben. Entsprechend wird der Spielraum genutzt, um die Tilgung zu erhöhen und die Kreditgesamtlaufzeit zu verkürzen.”

Die Möglichkeit zu Sondertilgungen gehört mittlerweile bei vielen Banken zum Standard des Angebots. In der Regel sind jährliche Sonderzahlungen in Höhe von fünf Prozent der Darlehenssumme möglich. Auf diese Weise können Immobilienkäufer zusätzliche Summen tilgen, sind aber nicht dazu verpflichtet.

Veränderung der Tilgungshöhe

Auch die Option einer Veränderung der Tilgungshöhe während der Kreditlaufzeit wird gut nachgefragt. “Der Wunsch nach Sondertilgung und Tilgungssatzwechsel ist mittlerweile nahezu ein Grundbedürfnis. Dem haben sich auch unsere Produktpartner angepasst. Fast alle bieten eine kostenfreie, optionale Sondertilgung von fünf Prozent sowie den gewünschten Tilgungssatzwechsel mindestens zweimal während der Zinsbindung an. Weitere Flexibilität, wie zum Beispiel zehn Prozent Sondertilgungsoption oder ein jährlicher Tilgungssatzwechsel, ist bei einigen ebenfalls gegen einen geringen Zinsaufschlag möglich”, erklärt Joachim Leuther, Vorstand der BS Baugeld Spezialisten AG.

Diese Option ist gerade für Familien wichtig. So könnte etwa ein Doppelverdienerpaar mit einer hohen Tilgung starten und bei einer Familiengründung die monatliche Belastung zurückfahren.

Auch im Falle von Arbeitslosigkeit oder Krankheit ist eine solche Entlastung wichtig. Umgekehrt könnten Immobilienkäufer auch mit einer geringen Tilgung anfangen und sie bei Gehaltssteigerungen anheben.

Seite zwei: Sondertilgung als Standardoption

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronapandemie: Deutsche sammeln Pfunde

Die Coronakrise schlägt den Deutschen nicht nur auf die Psyche. Eine Auswertung von Risikolebensversicherungsinteressenten durch Check24 zeigt, dass die Bundesbürger in den Wochen des Shutdowns Pfunde gesammelt haben. Besonders gehamstert hat die Gruppe der 31- bis 40-jährigen.

mehr ...

Immobilien

Quadoro kauft zwei Objekte in Finnland für offenen Fonds

Quadoro Investment GmbH, die Kapitalverwaltungsgesellschaft des offenen Publikumsfonds Quadoro Sustainable Real Estate Europe Private (Sustainable Europe), hat zwei Büroimmobilien in Tampere/Finnland für den Fonds erworben.

mehr ...

Investmentfonds

Goldpreisboom: Wie sich der Preis des Edelmetalls 2021 entwickelt

Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Degussa Goldhandel, kommentiert die aktuelle Entwicklung von Gold, Silber und Co. und gibt einen Ausblick für 2021.

mehr ...

Berater

Hanse Merkur führt Beratungsnavigator für Makler ein

Medienbruchfreie digitale Unterstützung im Vertriebsalltag: Die Hanse Merkur stellt unabhängigen Vermittlern eine voll digitalisierte Abwicklungs-Lösung von der Angebotserstellung bis zum Antragsversand ohne Medienbrüche zur Verfügung. Die Einführung des Beratungsnavigators ist eine Antwort auf die gestiegenen Anforderungen an die technischen Prozesse im vertrieblichen Alltag von Maklern und Mehrfachagenten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Vier weitere Kitas für Spezialfonds

Nach dem vor sechs Monaten erfolgten Ankauf eines in Sachsen gelegenen Portfolios von Kindertagesstätten hat die Warburg-HIH Invest Real Estate in Nordrhein-Westfalen (NRW) vier Kitaprojektentwicklungen erworben. Zwei weitere Ankäufe sind in konkreter Planung.

mehr ...

Recht

Homeoffice steuerlich absetzen: Das sind die Voraussetzungen

Viele von uns haben in den letzten Wochen und Monaten coronabedingt statt wie gewohnt im Büro in ihrer Wohnung gearbeitet. Für manche ist und wird das Arbeiten von zu Hause sogar der neue Standard. Spätestens mit Abgabe der Steuererklärung 2020 wird sich deshalb für viele die Frage stellen, ob und in welchem Umfang die Kosten für das Homeoffice abziehbar sind. Worauf dabei geachtet werden sollte, erläutert im Folgenden der Immobilienverband IVD.

mehr ...