Warum werden Smart-Beta-ETFs immer beliebter?

Smart-Beta-ETFs verbinden zwei Trends der Fondsbranche: Factor Investing und ETFs. Was macht diese Verbindung so attraktiv für Anleger? Teil acht der Cash.-Online-Reihe zum Thema Factor Investing. Gastbeitrag von Sebastian Külps, Vanguard (Teil 2/2)

Sebastian Külps ist Head of Business Development Germany bei Vanguard
Sebastian Külps: „Der Eindruck, ETFs seien nur für kurzfristige, taktische Investments geeignet, wird zunehmend korrigiert.“

Der Begriff Smart-Beta-ETFs kann täuschen. Anders als die meisten Exchange Traded Funds (ETFs) sind sie nicht passiv. Hinter ihrem Aufstieg steckt interessanterweise gerade die Erkenntnis, dass Faktor-Strategien aktive Strategien sind. Viele Anleger ersetzen mit den entsprechenden ETFs deshalb ihre teureren aktiven Manager.

ETFs sind in der Regel kosteneffiziente Anlageinstrumente, vor allem, wenn sie bekannte Indizes wie den S&P 500 abbilden. Die Gebühren für Faktor-ETFs variieren je nach Anbieter.

Langfristiger Kern eines Portfolios

Viele Produkte ermöglichen jedoch ein ähnliches Faktor-Exposure wie aktive Strategien, jedoch bei niedrigeren Verwaltungsgebühren. Kosteneffizienz ist häufig der Schlüssel zur erfolgreichen Vermögensanlage, denn wer weniger für seine Investments bezahlt, behält mehr von seiner Rendite.

Der Eindruck, ETFs seien nur für kurzfristige, taktische Investments geeignet, wird zunehmend korrigiert. Faktor-ETFs kommen immer häufiger als langfristiger Kernbestandteil strategischer Portfolios zum Einsatz.

Smart-Beta-ETFs auch für Privatanleger

2017 befragte FTSE Russell institutionelle Anleger, die Faktor-Strategien entweder bereits einsetzen oder ihren Einsatz in Erwägung ziehen. Die Studie kam zum Ergebnis, dass jeder fünfte Anleger ETFs zur Implementierung der strategischen Asset Allokation vorzieht.

Faktor-ETFs gewinnen nicht nur unter institutionellen Investoren an Popularität, auch bei Privatanlegern werden sie immer beliebter. Wer von der Marktbenchmark abweichen oder eine bestimmte Faktor-Gewichtung herstellen will, erreicht das entsprechende Exposure mit Faktor-ETFs einfach und kostengünstig.

Sebastian Külps ist Head of Business Development Germany bei Vanguard

Foto: Vanguard

Dieser Beitrag ist Teil einer Reihe zum Thema Factor Investing, hier kommen Sie zu den schon veröffentlichten Beiträgen:

Factor Investing: Das müssen Investoren beachten

Mehr Rendite mit weniger Volatilität

Warum langweilige Aktien die Rendite steigern

Value ist immer auch Growth

Momentum: Haben Sie starke Nerven?

Stabilität im Anleihen-Portfolio durch Qualitätsfaktoren

Warum Sie auf Small Caps setzen sollten

So funktionieren Carry-Strategien

Smart-Beta-ETFs: Aktiv oder Passiv (Teil eins dieses Beitrags)

So funktioniert Enhanced Indexing

Investieren ohne Nebeneffekte

Multi Factor Investing bei Anleihen

So ergänzen sich Factor Investing und Multi Asset

Factor Investing: Zu viel Marketing-Wunschdenken

Factor Investing: „Value ist keine Risikoprämie“ 

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