Anzeige
30. Dezember 2009, 12:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

2010: Sprint oder Spaziergang?

Es ist die Zeit der Rückblicke, denn im Sauseschritt rauscht das neue Jahr heran. cash-online blickt nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. Was sich 2010 ändert, worauf die Branche sich einstellen muss und welche Fragen noch offen sind.

Start-127x150 in 2010: Sprint oder Spaziergang?Im Bundesministerium für Verbraucherschutz wurde auch nach der Bundestagswahl im September fleißig weiter gewerkelt. Ilse Aigner (CSU) hat ihren Posten behalten und darf ihre, seit einem Jahr andauernde, „Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen“ fortsetzen und weiter mit Leben füllen. Nachdem zunächst nur wenig aus Berlin zu hören war, lud die Ministerin zum erneuten Experten-Austausch kurz vor Weihnachten ein.

Ergebnis: eigentlich keins. Dafür aber Forderungen nach gesetzlichen Regelungen, mehr Transparenz und Kompetenz in der Finanzberatung. Es steht mitunter einiges auf der Agenda. So soll eine berufliche Mindestqualifikation die Qualität in der Beratung verbessern, heißt es aus dem Ministerium – Vereinheitlichung für alle Berater und Vermittler lautet das Stichwort.

Die Honorarberatung brummt und ist Studien zufolge stark im Kommen. Hier gerät zunehmend die Politik unter Handlungszwang: ein Gesetz für das Berufsbild des Honorarberaters muss her – Aigner bekräftigt immerhin, dass hier etwas geschehen soll.

In Sachen Produktinformationsblatt, das bereits im Juli dieses Jahres vorgestellt wurde, ziert sich die Branche offenbar noch etwas. Möglicherweise liegt es daran, dass erneuter Gesprächsbedarf dazu besteht.

Einen ersten Schritt hat der Gesetzgeber in Sachen Anlegerschutz bereits getan. Bei der Anlageberatung gelten ab 1. Januar neue Regelungen: das Beratungsprotokoll ist Pflicht. Im Einzelnen bedeutet das, dass der Finanzberater bei Gesprächen mit den Kunden Anlass und Dauer der Beratung, eine Einschätzung der persönlichen Situation und der individuellen Anliegen des Kunden sowie die Empfehlungen, die am Ende ausgesprochen werden, aufzeichnen muss. Zudem muss das Beratungsprotokoll dem Kunden noch vor Abschluss eines Vertrags unterschrieben ausgehändigt werden.

Während die Politik zeitweise noch nach ihrer Form sucht, stehen für die Lobby-Verbände die abzuarbeitenden Punkte bereits fest. Die Beteiligten zögerten direkt nach der Bundestagswahl nicht, ihre Vorstellungen und Wünsche der neuen Regierung mitzuteilen. Im Gespräch mit cash-online hat Frank Rottenbacher, Vorstand des Bundesverbands Finanzdienstleistung (AfW) nochmals deutlich gemacht, dass dringend eine Vereinheitlichung der Anforderungen an den Finanzvertrieb notwendig sei. Allerdings solle eine Regulierung mit Augenmaß vorgenommen werden.

Viele Fragen bleiben zunächst unbeantwortet und einige Projekte werden sicher nicht ganz so schnell vorangetrieben wie es die Branche gerne hätte. Im neuen Jahr ist zumindest Bewegung zu erwarten – ob es ein Spaziergang wird oder ein Sprint muss indes offen bleiben. (ks)

Foto: Shutterstock

Anzeige

1 Kommentar

  1. 2010

    Kommentar von jm — 7. Januar 2010 @ 21:27

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...