EXKLUSIV

Betriebliche Krankenversicherung: mehr als „Nice-to-have“

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BarmeniaGothaer hat mit BesserGesund Budget einen flexiblen Budgettarif und ergänzende Zusatzbausteine. Ziel des Versicherers sei es, Arbeitgebern ein Instrument an die Hand zu geben, mit dem sie Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden gleichermaßen fördern könnten. Die DKV Deutsche Krankenversicherung AG (DKV), der Spezialist für Krankenversicherung in der Ergo Group, biete bei der bKV ein breites, diversifiziertes Produktportfolio. So könnten Arbeitgeber genau die Lösung zusammenstellen, die zu Belegschaft und Budget passe. Das Angebot umfasse Einzeltarife, mit denen Arbeitgeber gezielt Schwerpunkte setzen könnten. Daneben gebe es Kompakttarife, die verschiedene Leistungsbereiche kombinierten, sowie Tarife mit einem Gesundheitsbudget, das Mitarbeiter flexibel für unterschiedliche Leistungen nutzen können. Das Portfolio umfasse zudem – als betriebliche Pflegeversicherung – ein kapitalgedecktes Pflegemonatsgeld und eröffne so Unternehmen eine zusätzliche Möglichkeit zur Absicherung dieses Risikos. „Eines unserer Highlights ist, dass die DKV in der bKV bereits ab zehn versicherungsfähigen Mitarbeitern eine stationäre Ergänzungsversicherung anbietet. In Kombination mit dem DKV-eigenen Best Care-Konzept erhalten Versicherte bei vielen schwerwiegenden Erkrankungen innerhalb von fünf Werktagen einen Termin bei anerkannten Spezialisten in Deutschland“, erläutert Frauke Fiegl, Vorsitzende des Vorstands der DKV. Verlasse jemand das Unternehmen, könne der Versicherungsschutz eigenfinanziert fortgeführt werden.

Auch Angebote zur mentalen Gesundheit und Vorsorge schreiben alle Versicherer groß. Neu bei der Allianz sei ein telefonisches Coaching bei psychischen Belastungen, das Mitarbeiter über mehrere Monate begleite. BarmeniaGothaer biete Erschöpfungsvorsorge als digitalen Service. Die LKH bezuschusse Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Hier biete der Versicherer diverse Leistungen über Kooperationspartner und beteilige sich an den Kosten. So könne der Arbeitgeber den Mitarbeitern eine Gesundheitsleistung direkt am Arbeitsplatz anbieten.

Mavie Work biete als Partner zum Beispiel einen Vorsorgecheck direkt im Unternehmen an, bei dem bei den Mitarbeitenden die 60 wichtigsten Gesundheitswerte gemessen und besprochen würden, um Krankheiten schneller abzuklären, behandeln und gegebenefalls sogar zu vermeiden, was sich positiv auf die hohen Fehlzeiten auswirke. Über FlexMed easy Premium von Axa stellten Unternehmen den Mitarbeitern ein Gesundheitsbudget von 300 bis 1.500 Euro zur Verfügung, das für über 100 verschiedene Gesundheitsleistungen genutzt werden könne, inkl. ambulanter Psychotherapie – bereits ab fünf Mitarbeitern. Ergänzend ermöglichten die Service-Bausteine „Mentale Stärke“ und „Lebensstärke“ niederschwellige, anonyme Unterstützung, bevor Belastungen zu längeren Ausfallzeiten führten. Zusätzlich baue man mit Partnern wie Mavie Work Präventionsangebote weiter aus, wie anonyme Gesundheits-Screenings direkt im Unternehmen. „Unser Fazit: Um Arbeitgeber zu überzeugen, sind aus unserer Sicht drei Dinge essenziell: ein leistungsstarkes, verständliches Produkt, das den Mitarbeitenden echte Mehrwerte bietet; einfache, rechtssichere Umsetzung mit minimalem administrativem Aufwand; und verlässliche, langfristig planbare Beiträge“, so Albers. So werde die bKV zu einem strategischen Instrument in der Personal- und Gesundheitsstrategie von Unternehmen.

Die Psyche im Fokus

ALH und LKH bieten an, nach der Einführung die Wirtschaftlichkeit der bKV zu prüfen. Dazu Marquardt: „Wir erstellen für unsere Firmenkunden einmal jährlich eine detaillierte, selbstverständlich datenschutzkonforme Nutzungsauswertung der eingeführten bKV.“ Der Firmenkunde erkenne so, wie intensiv das Gesundheitsbudget in der Belegschaft genutzt und für welche Leistungsbereiche es eingesetzt werde und erhalte so ein Reporting-Instrument, mit dem sich die Wirkung der bKV in der Belegschaft anhand fundierter Zahlen nachvollziehen und gegenüber internen Entscheidern untermauern ließe. „Wir bieten den Arbeitgebern optional an, die personellen Kosten des Unternehmens und die zusätzlichen Kosten im Rahmen einer Personalkostenanalyse zu bewerten“, so Gaedicke. In der Regel habe sich die bKV bereits nach der Einsparung von nur einem Fehltag pro Mitarbeiter refinanziert. Und dieser eine Tag sei schnell eingespart – allein durch den Facharztterminservice.

Ist eine voll arbeitgeberfinanzierte bKV der Trend? AXA und DKV sehen eine zunehmende Bereitschaft der Arbeitgeber. Bei der Allianz sei das Neugeschäft 2025 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 60 Prozent gestiegen, und wachse 2026 unvermindert weiter. BarmeniaGothaer sehe eine klare Entwicklung hin zu arbeitgeberfinanzierten Modellen, bei der ALH zeige eine aktuelle forsa-Studie, dass besonders bei der bKV der Anteil arbeitgeberfinanzierter Lösungen vergleichsweise hoch sei. Laut LKH hat das Interesse in den letzten Jahren spürbar angezogen. Eine mit SirusCampus durchgeführte Marktbefragung bei KMUs zeige, dass neun Prozent der Unternehmer dieses Jahr eine bKV abschließen wollten, weitere 24 Prozent seien interessiert. Oft genannte Argumente für eine arbeitgeberfinanzierte bKV sind, dass Mitarbeiter direkt einen Mehrwert und somit Wertschätzung erleben, Fehlzeiten reduziert werden und die Arbeitgeberattraktivität steigt. Hauptargument ist jeoch, Fachkräfte zu gewinnen und zu binden: „Insbesondere in Branchen mit Fachkräftemangel beobachten wir, dass sich die bKV zunehmend von einem „Nice-to-have“ zu einem strategischen Instrument der Mitarbeitergewinnung und -bindung entwickelt“, resümiert Hoch.

Klarer Treiber

Christine Schönteich, Co-CEO der Infinitech Gruppe und Geschäftsführerin der Fonds Finanz, sagt: „Der Wettbewerb um Fachkräfte erhöht die Bereitschaft vieler Unternehmen, in attraktive Zusatzleistungen zu investieren und wirkt damit klar als Treiber: Viele Firmen setzen die bKV gezielt als attraktiven Zusatzbaustein im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende ein und stärken damit gleichzeitig ihre Position im Employer Branding.“ bKV-Modelle seien in der Praxis bereits überwiegend vollständig arbeitgeberfinanziert, sodass weniger die Finanzierungsform als vielmehr die grundsätzliche Entscheidung für die bKV im Vordergrund stehe. Als Benefit stärke sie die Arbeitgebermarke und lasse sich zugleich einfach und verständlich kommunizieren.

Sascha Schürings, Bereichsvorstand Firmenkunden bei MLP, bekräftigt: „Die bKV adressiert aktuelle Kernfragen vieler Unternehmen – allen voran Fachkräftesicherung und Arbeitgeberattraktivität. Sie verbindet gesundheitliche Vorsorge mit einem klaren Signal an die Mitarbeitenden und wird dadurch zu einem sichtbaren Bestandteil moderner Benefits. In der Summe ist die bKV deshalb kein „Nice-to-have“, sondern für viele Unternehmen ein pragmatischer Hebel, um sich im Wettbewerb um Mitarbeitende besser zu positionieren“. MLP-Berater empfehlen eine bKV dann, wenn sie im Alltag wirklich einen Unterschied mache, was gerade Budgettarife leisteten. Bei KMUs stehe die einfache Einführung im Vordergrund, bei größeren Unternehmen die Frage, wie bestehende Angebote sinnvoll erweitert und für die Mitarbeiter sichtbarer und zugänglicher gemacht werden könnten.

Fonds Finanz-Geschäftsführerin Christine Schönteich (Foto: Fonds Finanz)

Laut Schönteich muss der Arbeitnehmer vom Leistungsinhalt überzeugt sein. Nur dann werde die bKV als Mehrwert und Benefit des Arbeitgebers wahrgenommen. Die Motivation des Arbeitgebers könne variieren: „Bei Unternehmen in Metropolregionen stehen häufig Aspekte wie Mitarbeitergewinnung und -bindung im Vordergrund, während in ländlichen Regionen oft der Gedanke der sozialen Verantwortung und Fürsorge von Bedeutung ist“, so Schönteich.

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

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