Bitcoin-Rally: Washingtons Zinssignal bringt neue Dynamik

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Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
Bitcoin profitiert vom US-Zinssignal. ETF-Daten, Inflation und Fed entscheiden über den weiteren Verlauf der Rally.

Käufe langfristiger US-Staatsanleihen durch das Finanzministerium haben Bitcoin neuen Schwung verliehen. Die ETF-Zuflüsse sprechen jedoch noch nicht für eine breite Rückkehr der Anleger. Nun rücken die US-Inflationsdaten in den Fokus.

Das US-Finanzministerium hat den Markt mit ausgeweiteten Käufen langfristiger Staatsanleihen überrascht. Bitcoin reagierte deutlich, doch die ETF-Daten zeigen: Die echte Rückkehr der Anleger bleibt bislang begrenzt. Entscheidend wird nun, ob die Inflationsdaten den geldpolitischen Spielraum der Fed verändern.

Treasury-Signal treibt Bitcoin an

Mit ausgeweiteten Käufen langfristiger US-Staatsanleihen außerhalb des üblichen Refinanzierungskalenders hat das US-Finanzministerium ein wichtiges Signal an die Märkte gesendet. Anleger werten den Schritt als Hinweis darauf, dass Washington einen zu starken Anstieg der langfristigen Zinsen begrenzen will. Für Bitcoin war das ein klarer Impuls: Wenn der Markt mit niedrigeren Renditen und mehr Liquidität rechnet, steigt die Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen.


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Die anschließende Erholung wurde zusätzlich durch die Marktpositionierung verstärkt. Viele Investoren waren zuvor defensiv oder short positioniert, während Absicherungen gegen steigende Kurse begrenzt waren. Dadurch konnte der Kursanstieg besonders dynamisch ausfallen.

ETF-Zuflüsse bedeuten nicht automatisch echte Nachfrage

Auch die jüngsten ETF-Zuflüsse wirkten auf den ersten Blick stark. Die beigefügte Grafik zeigt jedoch, dass Anleger bislang nur begrenzt wieder Risiko aufgebaut haben. Ein erheblicher Teil der Zuflüsse dürfte vielmehr in den Wiederaufbau von Carry-Trade-Positionen geflossen sein, nachdem die CME-Futures-Basis deutlich gestiegen war.

Die hohen Abflüsse aus Juni und Juli sind damit noch lange nicht vollständig aufgeholt. Von einer breiten Rückkehr der Anleger in den Bitcoin-Markt kann daher bisher nur eingeschränkt gesprochen werden.

Inflation und Fed bleiben der Schlüssel

Kurzfristig hängt die Fortsetzung der Rally stark von den US-Inflationsdaten dieser Woche ab. Sie dürften entscheidend dafür sein, wie der Markt die nächste Fed-Sitzung im September bewertet. Nach den robusten Arbeitsmarktdaten ist die Erwartung einer schnellen Zinssenkung zuletzt vorsichtiger geworden.

Mittelfristig bleibt der Druck auf niedrigere kurzfristige Zinsen jedoch bestehen. Denn das Treasury konzentriert die US-Schuldenaufnahme zunehmend am kurzen Ende der Zinskurve. Damit wird Geldpolitik immer stärker auch zu einer Frage der staatlichen Refinanzierungskosten. Sollte sich zusätzlich der Ölpreisdruck infolge des Iran-Krieges entspannen, könnte sich auch der Inflationsausblick verbessern. Das wäre ein unterstützendes Umfeld für Bitcoin.

Autor Marc des Ligneris ist Senior Portfolio Manager bei Coinshares.


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