Boomerfinance: Neues Beratungshaus nimmt die Ruhestandswelle ins Visier

Kunden und Berater sitzen am Tisch, man sieht einen Laptop und schriftliche Unterlagen.
Foto: Freedomz – stock.adobe.com
Symbolbild.

Bis Mitte der 2030er Jahre scheiden bis zu 20 Millionen sogenannte Babyboomer, also Menschen aus den geburtenstarken 1960er Jahrgängen, aus dem Berufsleben aus – und stellen die Finanzbranche vor strukturelle Fragen. Ein neu gegründetes Münchner Beratungshaus stellt das Thema in den Mittelpunkt.

Mit dem Start der Boomerfinance GmbH betritt ein neues Beratungshaus den deutschen Markt, das sich explizit der demografischen Verschiebung der kommenden Jahre widmet. Hinter dem Münchner Unternehmen stehen einer Unternehmensmitteilung zufolge neun Gründungspartnerinnen und Gründungspartner, allesamt ehemalige Vorstände, Unternehmer und Führungskräfte aus der Finanz- und Investmentbranche.


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Initiator des Vorhabens ist Olaf Neuenfeldt, der internationale Erfahrung bei der Lloyds Banking Group, Prudential, Aegon und der Al Rajhi Gruppe mitbringt. Als Vorsitzender der Initiative Ruhestandsplanung und Buchautor beschäftige er sich seit Jahren mit strategischer Ruhestandsplanung. „Deutschland steht vor einer massiven Ruhestandswelle und die meisten Menschen sind darauf nicht vorbereitet“, sagt Neuenfeldt. „Ruhestandsplanung ist keine Produktentscheidung, sondern eine Lebensentscheidung. Genau hier setzt unser Haus an.“

Zum Gründerkreis gehören zudem Claus Gillen, der nach Stationen bei McKinsey Führungsverantwortung bei der MLP SE, der Formaxx AG, der Finum Finanzhaus AG / JDC Group und der Bonnfinanz übernommen hat, sowie Charles Neus, zuletzt Leiter Altersvorsorge-Lösungen bei Schroders und zuvor in Führungspositionen bei J.P. Morgan Asset Management und Fidelity tätig.

Strukturelle Beratungslücke als Geschäftsmodell

Mit dem Eintritt der Babyboomer-Generation in den Ruhestand wächst der Bedarf an strukturierter, unabhängiger Beratung erheblich. Gleichzeitig fehlt es nach Einschätzung von Boomerfinance bislang an integrierten Lösungen, die finanzielle, rechtliche und persönliche Aspekte zusammenführen. In diese Lücke will das Unternehmen stoßen.

Die Zielgruppe sind den Angaben zufolge Menschen ab etwa 50 Jahren mit gewachsenen Vermögensstrukturen, für die Standardlösungen nicht ausreichen und die eine strategische Begleitung ihrer finanziellen und persönlichen Situation erwarten. Neben Vermögensstrukturierung, Einkommens- und Entnahmestrategien sowie Nachfolge- und Generationenplanung sollen auch Gesundheit, Langlebigkeit und Lebensqualität in die Planung integriert werden.

Ein eigener Schwerpunkt gilt dem Thema Frauen und Finanzen. Frauen seien in zentralen Finanzfragen häufig strukturell benachteiligt – etwa durch unterbrochene Erwerbsbiografien, geringere Einkommen und weniger Beteiligung am Kapitalmarkt. BoomerFinance will diese Lücke adressieren und das Thema stärker in den Mittelpunkt moderner Ruhestandsplanung rücken.


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