Während sich der weltweite Wettlauf um Künstliche Intelligenz weiter beschleunigt, investierten deutsche Privatanleger im zweiten Quartal verstärkt in Unternehmen, die zentrale Bausteine der KI-Wertschöpfung liefern – insbesondere aus den Bereichen Software und Halbleiter. Gleichzeitig gewann auch der kommerzielle Raumfahrtsektor weiter an Bedeutung.
eToro untersuchte, bei welchen Unternehmen sich die Zahl der deutschen Privatanleger im Quartalsvergleich prozentual am stärksten verändert hat (Tabelle 1). Zusätzlich analysierte die Plattform die zehn am häufigsten gehaltenen Aktien deutscher Anleger (Tabelle 2).
An der Spitze der Gewinner steht das Softwareunternehmen ServiceNow, gefolgt von Marvell Technology, AST SpaceMobile, Atlassian und Rocket Lab.
Das Ranking zeigt, dass deutsche Anleger zunehmend über die großen Tech-Konzerne hinausblicken und verstärkt auf Unternehmen entlang der KI-Wertschöpfungskette setzen. Mit ServiceNow (Platz 1, +82 % Anlegerzuwachs) und Atlassian (Platz 4, +28 %) zählen zwei Softwareunternehmen zu den größten Gewinnern des Quartals. Gleichzeitig verzeichnen Halbleiterunternehmen wie Marvell Technology (Platz 2, +45 %) und Micron Technology (Platz 6, +22 %) deutliche Zuwächse. Das spricht für ein wachsendes Anlegerinteresse an Unternehmen, die Infrastruktur und Anwendungen der KI bereitstellen.
Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro, sagt: „Die Entwicklung zeigt, dass Anleger innerhalb des KI-Sektors selektiver werden. Nach den großen Plattformunternehmen rücken zunehmend diejenigen Firmen in den Fokus, die von der nächsten Investitionsphase profitieren – sei es durch Unternehmenssoftware oder Halbleiter. Investiert wird damit nicht mehr nur in KI selbst, sondern in die Unternehmen, die ihre wirtschaftliche Nutzung ermöglichen.“
Auch der kommerzielle Raumfahrtsektor rückte im zweiten Quartal stärker in den Fokus deutscher Privatanleger. Rückenwind erhielt der Sektor durch den Börsengang von SpaceX, den bislang größten IPO der Geschichte. AST SpaceMobile belegte bei deutschen Anlegern Rang drei (+29 %), Rocket Lab Rang fünf (+25 %). Die Entwicklung lässt darauf schließen, dass Anleger dem Sektor zunehmend langfristiges Wachstumspotenzial beimessen.
Maximilian Wienke erläutert: „Raumfahrt entwickelt sich zunehmend von einem Zukunftsthema zu einem eigenständigen Investmentsegment. Viele Geschäftsmodelle befinden sich zwar noch in einer frühen Phase, doch Anleger positionieren sich bereits für langfristige Trends wie Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung und den Ausbau der Weltrauminfrastruktur.“
Ein Blick auf die größten Verlierer zeigt, dass Anleger in Deutschland vor allem ihre Positionen in Öl- und Gasunternehmen reduzierten. Sechs der zehn größten Verlierer entfallen auf die Energiebranche. Dazu zählen Occidental Petroleum (Platz 2, -23 %), Chevron (Platz 3, -19 %), Petrobras (Platz 5, -17 %), bp (Platz 6, -16 %), ExxonMobil (Platz 7, -15 %) und Shell (Platz 10, -13 %).
Maximilian Wienke fügte hinzu: „Die Verschiebungen im Ranking sprechen weniger gegen den Energiesektor als für eine Umschichtung innerhalb des Aktienmarkts. Nachdem Öl- und Gaswerte zuletzt von geopolitischen Risiken profitiert hatten, richtet sich der Fokus wieder stärker auf strukturelle Wachstumsthemen. Anleger folgen damit langfristigen Trends statt kurzfristigen Sondereffekten.“
Die zehn meistgehaltenen Aktien deutscher Privatanleger auf eToro blieben im zweiten Quartal unverändert. Angeführt wird das Ranking weiterhin von Nvidia, Amazon, Tesla, Microsoft und Rheinmetall. Auch die Zahl der Anleger veränderte sich kaum. Das deutet darauf hin, dass deutsche Privatanleger trotz ihrer stärkeren Fokussierung auf neue Wachstumsthemen an ihren Kernpositionen in den großen Technologiewerten festhalten.

















