Infineon eröffnet Milliardenfabrik in Dresden und verdoppelt Chipproduktion

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Infineon eröffnet Halbleiterfabrik
Foto: Infineon Technologies
Von links nach rechts: Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung; Jochen Hanebeck, CEO Infineon Technologies AG; Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Infineon hat in Dresden seine neue Smart Power Fab eröffnet und damit die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Das Werk soll die Produktion von Leistungshalbleitern deutlich ausbauen und Europas Halbleiterstandort stärken. Die neue Fabrik spielt dabei eine Schlüsselrolle für KI, Elektromobilität und die Energiewende.

Infineon hat seine neue Smart Power Fab in Dresden mehrere Monate früher als geplant eröffnet. Mit einem Investitionsvolumen von fünf Milliarden Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte sowie um eines der größten Industrieprojekte Deutschlands. Das Werk schafft 1.000 direkte Arbeitsplätze und verdoppelt die Fertigungskapazitäten des Unternehmens am Standort. Damit entsteht nach Unternehmensangaben die weltweit größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter sowie Analog/Mixed-Signal-Technologien.


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Die zusätzlichen Kapazitäten sollen insbesondere die wachsende Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz, Elektromobilität, Industrieanwendungen und erneuerbare Energien bedienen. Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG, sagt: „Wir eröffnen unser neues Werk genau zur richtigen Zeit.“ Mit der Smart Power Fab schaffe das Unternehmen dringend benötigte Kapazitäten für Schlüsseltechnologien der Zukunft und stärke zugleich die Versorgungssicherheit kritischer Industrien.

Auch die Bundesregierung bewertet das Projekt als wichtigen Beitrag zur technologischen Wettbewerbsfähigkeit Europas. Bundeskanzler Friedrich Merz sagt: „Die neue Smart Power Fab von Infineon ist ein starkes Signal für den Industriestandort Deutschland und Europa.“ Leistungshalbleiter seien eine Schlüsseltechnologie für Energiewende, Mobilität und KI-Infrastruktur und damit von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands.

Digitalisierung beschleunigt den Produktionshochlauf

Die neue Fertigung ist weitgehend digitalisiert. Gebäudeplanung und Maschinenbelegung wurden mithilfe eines digitalen Zwillings optimiert. KI-Algorithmen unterstützen die Freigabe von Anlagen und Prozessen. Zudem ist das Werk eng mit dem Infineon-Standort im österreichischen Villach vernetzt. Im Konzept einer „One Virtual Fab“ lassen sich Prozesse und Produkte schneller qualifizieren, wodurch sich der Produktionshochlauf deutlich beschleunigen soll.

Abhängig von der Marktnachfrage kann Infineon die Fertigung nach eigenen Angaben künftig doppelt so schnell ausweiten wie bisher. Dadurch will das Unternehmen flexibler auf Nachfrage reagieren, etwa aus dem Bereich der KI-Infrastruktur.

Die in Dresden produzierten Chips kommen unter anderem in der Stromversorgung von KI-Rechenzentren, in Wind- und Solaranlagen sowie in software-definierten Fahrzeugen zum Einsatz. Dazu gehören intelligente Leistungsschalter, die Lasten steuern und gleichzeitig den Stromfluss überwachen. Das Zusammenspiel von Leistungshalbleitern und Analog/Mixed-Signal-Bausteinen soll besonders energieeffiziente Systemlösungen ermöglichen.

Silicon Saxony wächst weiter

Mit dem Ausbau stärkt Infineon zugleich den Halbleiterstandort Dresden und den Mikroelektronikcluster „Silicon Saxony“. Dort arbeiten inzwischen mehr als 80.000 Menschen. Nach Unternehmensangaben entstehen neben den 1.000 direkten Stellen zusätzliche Arbeitsplätze bei Zulieferern und Dienstleistern. Studien zufolge entstehen für jeden Arbeitsplatz im Reinraum sechs weitere Arbeitsplätze im regionalen Umfeld.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnet die Mikroelektronik als „Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“ und sieht in der neuen Fabrik eine Stärkung des europäischen Halbleiterstandorts. Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger betont: „Die Smart Power Fab ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem digital souveränen Deutschland und zeigt: Deutschland kann Tempo, Deutschland kann Hightech und Deutschland kann Zukunft.“

Die neue Fertigung setzt zudem auf einen geringeren Ressourcenverbrauch. Nach Angaben des Unternehmens verzichtet das Werk vollständig auf Erdgas. Durch geschlossene Wasserkreisläufe sollen rund 90 Prozent des eingesetzten Wassers wiederverwendet werden. Gleichzeitig sollen moderne Fertigungsprozesse eine Rückgewinnung von bis zu 45 Prozent der eingesetzten Energie ermöglichen.


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