E-Auto-Förderung zeigt Wirkung: Kaufförderung verdoppelt E-Auto-Umstiege bei unter 40-Jährigen

Tesla
Foto: stock.Adobe.com / jetcityimage
Tesla steht beim Absatz von E-Autos in Deutschland im ersten Quartal auf Platz drei.

m ersten Quartal 2026 sind so viele Deutsche privat auf ein Elektroauto umgestiegen wie noch nie. Besonders jüngere Fahrer und Eltern reagieren stark auf die neue staatliche Förderung – doch ein Marktsegment bleibt bisher außen vor.

Im ersten Quartal 2026 hat die neue staatliche Kaufförderung für Elektroautos messbare Spuren im deutschen Automarkt hinterlassen. Laut dem aktuellen HUK-E-Barometer, das die HUK-Coburg exklusiv auf Basis eigener Versicherungsdaten erhebt, wechselten 7,5 Prozent aller privaten Fahrzeughalter im ersten Quartal von einem Verbrenner auf ein reines Elektroauto – nach 6,3 Prozent im Vorquartal und 5,5 Prozent im Gesamtjahr 2025. Das entspricht einem Anstieg um mehr als ein Drittel gegenüber dem Vorjahr.


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Besonders deutlich war der Sprung im März 2026: Die Umstiegsquote lag in diesem Monat um mehr als 60 Prozent über dem Jahresdurchschnitt 2025. Bei Autofahrern unter 40 Jahren schnellten die Umstiege im März sogar um 95 Prozent nach oben, verglichen mit dem Gesamtjahr 2025. Auch Mieter verzeichneten ein Plus von 86 Prozent, Autohalter ohne Garage oder Carport immerhin noch 75 Prozent.

Preisgünstigere Elektrofahrzeuge, darunter verstärkt Modelle ausländischer Hersteller, profitierten bei den Neuzulassungen überproportional. Das deutet darauf hin, dass die Förderung vor allem dort greift, wo der Kaufpreis bislang eine zentrale Hürde war.

Förderung trifft preissensible Zielgruppen

Eine parallel erhobene repräsentative Umfrage unter Führerscheinbesitzern gibt Aufschluss über die Stimmungslage: Rund 18 Prozent gaben an, dass die neue Förderung direkte Auswirkungen auf ihre Anschaffungspläne habe. Elf Prozent wollen durch die Prämie „erstmals überhaupt über die Anschaffung eines reinen Elektroautos nachdenken“, sieben Prozent planen eine vorgesehene Anschaffung vorzuziehen.

Noch deutlicher fällt die Resonanz bei den erklärten Zielgruppen aus. Bei Fahrern unter 40 Jahren stößt die Förderung bei 31 Prozent auf eine positive Reaktion – gegenüber nur 12 Prozent bei älteren Autofahrern. Eltern minderjähriger Kinder reagieren ebenfalls weit stärker als kinderlose Befragte: 32 Prozent gegenüber 14 Prozent. In beiden Gruppen plant nun dreimal häufiger jemand, die E-Auto-Anschaffung früher als vorgesehen umzusetzen.

Jörg Rheinländer, im Vorstand der HUK-Coburg zuständig für die Kfz-Versicherung, sieht die Datenlage eindeutig: „Die an Einkommenshöhen und Kinderzahl gekoppelte neue staatliche Förderung für Elektroautos zeigt offenkundig Wirkung in den Zielgruppen. Viel spricht daher dafür, dass eine Ausdehnung der Förderung auch auf gebrauchte E-Autos den Trend noch deutlich verstärken könnte, weil niedrigere Anschaffungskosten ein entscheidender Hebel im E-Automarkt sind.“

Gebrauchtwagenmarkt noch weitgehend außen vor

Gebrauchte Autos werden in Deutschland traditionell deutlich häufiger gekauft als Neuwagen. Aufgrund der kurzen Geschichte des Elektroautos und des erst langsam wachsenden Angebots war es erst 2024, dass Neu- und Gebrauchtzulassungen bei E-Autos erstmals ein ähnliches Verhältnis erreichten. Die aktuelle Förderung gilt jedoch ausschließlich für Neuwagen – was sich im März 2026 bereits abzeichnet: Neuzulassungen von E-Autos legten prozentual stärker zu als Gebrauchtzulassungen.

Die Umfragedaten zeigen zudem, wie wichtig eigene Fahrerfahrung für die Kaufbereitschaft ist. Von den rund zwei Dritteln aller Führerscheinbesitzer, die noch nie ein Elektroauto gefahren haben, geben nur zwölf Prozent an, ihre Pläne aufgrund der Förderung ändern zu wollen. Wer schon einmal einen Stromer gefahren hat, ohne einen zu besitzen, liegt bei 22 Prozent. Unter tatsächlichen E-Auto-Besitzern steigt dieser Wert auf 53 Prozent.

Hintergrund

Das HUK-E-Barometer basiert auf den Versicherungsdaten der HUK-Coburg, dem größten deutschen Autoversicherer mit 14,5 Millionen versicherten Fahrzeugen und einem Marktanteil von knapp einem Viertel bei privat zugelassenen Kraftfahrzeugen. Ergänzt wird es durch eine bundesweite Online-Umfrage, die in Zusammenarbeit mit Yougov Deutschland durchgeführt wurde und an der 4.114 Personen zwischen dem 21. Januar und 18. Februar 2026 teilnahmen.

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