Europace-Index: Immobilienpreise stabil – Bestandshäuser legen zu

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Foto: Europace / Kathrin Spirk
Stefan Münter, Europace: "Der Wohneigentumsmarkt hat sich stabilisiert, doch die Erholung dürfte langsamer verlaufen als bislang erwartet.“

Die Immobilienpreise in Deutschland bewegen sich im Juli insgesamt nur wenig. Deutlicher fällt die Entwicklung bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern aus. Zugleich steigen die Angebotsmieten stärker als die Kaufpreise. Was hinter den unterschiedlichen Trends steckt.

Die Preise am deutschen Immobilienmarkt haben sich im Juli 2026 weitgehend stabil entwickelt. Der Europace Hauspreisindex (EPX) stieg gegenüber Juni um 0,19 Prozent auf 222,22 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das einem Plus von 1,44 Prozent.

Bei Eigentumswohnungen gab der Index im Monatsvergleich um 0,03 Prozent auf 219,54 Punkte nach. Gegenüber Juli 2025 liegen die Preise damit nur noch 0,16 Prozent höher. Neue Ein- und Zweifamilienhäuser verbilligten sich im Juli um 0,20 Prozent auf 244,07 Punkte. Im Jahresvergleich beträgt das Plus weiterhin 2,34 Prozent.


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Deutlich stärker bewegten sich bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Nach einer Seitwärtsbewegung im Juni stiegen ihre Preise im Juli um 0,89 Prozent auf 203,04 Punkte. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich ein Anstieg von 1,79 Prozent.

Bestandshäuser holen gegenüber Wohnungen auf

Europace-Vorstand und Co-CEO Stefan Münter sieht darin noch keine Trendwende: „Der Wohneigentumsmarkt hat sich stabilisiert, doch die Erholung dürfte langsamer verlaufen als bislang erwartet.“ Die schwache Konjunktur und fehlende Einkommensimpulse erschwerten weiterhin den Wechsel vom Miet- in den Eigentumsmarkt.

Auffällig sei jedoch die Entwicklung bei Bestandshäusern. „Ein Plus von 0,89 Prozent in einem Monat ist deutlich – um von einem neuen Trend zu sprechen, ist es aber zu früh. Ein Teil dürfte saisonal bedingt sein“, sagt Münter. Seit Jahresbeginn holten Bestandshäuser gegenüber Eigentumswohnungen auf. Höhere Finanzierungskosten könnten Käufer dazu bewegen, stärker auf das Verhältnis von Preis und Wohnfläche zu achten und Häuser im Umland wieder stärker in Betracht zu ziehen.

Ein ähnliches Bild zeigen die von Value ausgewerteten Angebotspreise. Der bundesweite Median für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser lag im Juli bei 2.662 Euro je Quadratmeter. Das waren 0,18 Prozent mehr als im Juni und 2,38 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Seit April sind die Angebotspreise in diesem Segment jeden Monat gestiegen.

Angebotsmieten steigen stärker als Kaufpreise

Bei Eigentumswohnungen sank der Median der Angebotspreise dagegen um 0,22 Prozent auf 3.564 Euro je Quadratmeter. Bereits im Juni war ein Rückgang um 0,33 Prozent verzeichnet worden. Im Jahresvergleich beträgt das Plus noch 1,34 Prozent. Zu Jahresbeginn hatte die Jahresrate bei rund fünf Prozent gelegen.

Stärker aufwärts ging es am Mietmarkt. Die Angebotsmieten erhöhten sich im Juli um 0,51 Prozent auf bundesweit 9,78 Euro je Quadratmeter kalt. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Anstieg von 3,71 Prozent und damit einer höheren Steigerungsrate als in den beiden Kaufsegmenten.

„Angebots- und Transaktionsseite laufen im Juli im Gleichklang, beide Messpunkte weisen auf die Differenzierung von Eigenheimen und Wohnungen hin“, sagt Sebastian Hein, Director bei Value. Im Wohnungssegment sei die Nachfrage von Selbstnutzern weiterhin robust. Selbstnutzerfähige Wohnungen lägen 2,5 Prozent über dem Vorjahresniveau, während das Anlagesegment stagniere. „Die starke Mietentwicklung stützt diese Entwicklung.“

Die Entwicklung der EPX-Preisindizes im Detail:
Gesamtindex: stabil
MonatIndexwertVeränderung zum VormonatVeränderung zum Vorjahresmonat
Juli 2026222,220,19 %1,44 %
Juni 2026221,80-0,01 %1,66 %
Mai 2026221,830,11 %1,48 %
 
Eigentumswohnungen: stabil
MonatIndexwertVeränderung zum VormonatVeränderung zum Vorjahresmonat
Juli 2026219,54-0,03 %0,16 %
Juni 2026219,60-0,01 %0,83 %
Mai 2026219,630,15 %1,17 %
Neue Ein- und Zweifamilienhäuser: stabil
MonatIndexwertVeränderung zum VormonatVeränderung zum Vorjahresmonat
Juli 2026244,07-0,20 %2,34 %
Juni 2026244,570,00 %2,61 %
Mai 2026244,560,33 %2,16 %
 
Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser: steigend
MonatIndexwertVeränderung zum VormonatVeränderung zum Vorjahresmonat
Juli 2026203,040,89 %1,79 %
Juni 2026201,24-0,02 %1,43 %
Mai 2026201,290,12 %1,01 %
Quelle: Europace


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