EZB erhöht Leitzins auf 2,25 Prozent – folgt der nächste Schritt schon im Herbst?

EZB - Leitzins
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EZB hebt Leitzins auf 2,25 Prozent an. Federated Hermes erwartet weitere Zinsschritte trotz wachsender Konjunkturrisiken im Euroraum.

Die Europäische Zentralbank hebt den Hauptrefinanzierungssatz um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent an. Die Märkte rechnen mit weiteren Schritten noch in diesem Jahr. Filippo Alloatti von Federated Hermes erklärt, warum die Notenbank trotz wachsender Konjunkturrisiken kaum von ihrem restriktiven Kurs abweichen dürfte.

Filippo Alloatti, Head of Financials (Credit) bei Federated Hermes: Die EZB hat mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte die Erwartungen bestätigt und den Hauptrefinanzierungssatz auf 2,25 % angehoben. Die Finanzmärkte preisen für dieses Jahr weiterhin etwas mehr als zwei zusätzliche Zinsschritte der EZB ein. Jetzt stellen sich alle die Frage, ob der nächste Zinsschritt seitens der Währungshüter bereits nach der Sommerpause erfolgen könnte. Selbst im Falle einer geopolitischen Einigung zwischen den USA und dem Iran dürfte der Inflationsdruck kaum rasch nachlassen – insbesondere, da die Öl- und Gaspreise angesichts strukturell niedriger Lagerbestände weiter nach oben tendieren könnten.

Die EZB steckt also nach wie vor in der Zwickmühle: Einerseits bedrohen hohe Energiekosten die europäische Industrie und Konsumnachfrage – wofür Deutschland und Italien besonders anfällig sind. Andererseits hängen ihr die Versäumnisse der Post-Pandemie-Ära nach, als die Zinsen zu lange zu niedrig blieben. 

Letztlich ist Glaubwürdigkeit inzwischen der zentrale Faktor für den geldpolitischen Ausblick. Die Verankerung der Inflationserwartungen und die Bekräftigung des Bekenntnisses zur Preisstabilität dürften die EZB kurzfristig auf einem restriktiven Kurs halten, auch wenn sich die konjunkturellen Risiken im Euroraum weiter verschärfen.

Filippo Alloatti (Foto: Federated Hermes)

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