Er hat auf die falschen Produkte gesetzt oder schlechte Qualität abgeliefert, hatte seine Kosten nicht im Griff oder Pech mit dem Personal, zum Beispiel. Daraufhin werden Sie misstrauisch gegenüber Ihrem Bäcker und kaufen dort weniger ein. Es hat sich zwar nichts geändert und er hat überhaupt nichts mit der Pleite des anderen zu tun, aber es ist schließlich die gleiche Branche. Da muss man doch vorsichtig sein, sagen Sie sich. In diesem Fall wäre offensichtlich: Ihre Reaktion ergibt keinen Sinn.
Und doch gibt es Parallelen zur Situation im Vertrieb von Sachwertanlagen. Allerorten ist zu hören, dass der Fondsabsatz unter anderem deshalb schwierig ist, weil Vertriebspartner zu viele Enttäuschungen und Schieflagen in diesem Segment erlebt haben, auch im regulierten Bereich. Das kreiden sie nicht selten auch den aktiven Anbietern an, auch wenn diese gar nichts damit zu tun haben und es darüber hinaus um ganz andere Assetklassen und Investitionskonzepte geht. Oder sie machen generell einen Bogen um das Segment, nur weil ein gescheitertes Produkt vielleicht den gleichen rechtlichen Rahmen hatte. Doch wie die Sache mit dem Bäcker ist auch diese Reaktion nicht schlüssig.
Schließlich haben die heute aktiven Asset Manager von alternativen Investmentfonds (AIF) für Privatanleger gerade in den vergangenen Jahren ihr Know-how und die Resilienz ihrer Produkte bewiesen. Die Manager haben auf das richtige Pferd gesetzt, den Markt korrekt eingeschätzt oder zumindest den Bogen nicht überspannt und ihre Konzepte von vornherein so solide aufgestellt, dass sie – eben anders als einzelne andere – auch die ohne Zweifel schwierige Marktphase seit 2022 gemeistert haben. Das kann kein Makel oder Grund für Misstrauen sein. Im Gegenteil: Es ist ein Qualitätsmerkmal.
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