EZB hält still - doch für Immobilienkäufer wird die Zeit teurer

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Oliver Kohnen im weißen Hemd vor dem Hintergrund eine r dunklen Wand
Foto: Baufi24
Oliver Kohnen, Baufi24

Die EZB lässt den Leitzins unverändert bei 2,50 Prozent - doch die Bauzinsen verharren auf einem 17-Jahres-Hoch. Baufi24-Geschäftsführer Oliver Kohnen erklärt, warum Käufer trotzdem nicht auf bessere Zeiten warten sollten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) legt eine Zinspause ein und belässt den Einlagensatz bei 2,50 Prozent. Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Aktien- und Anleihemärkten kommt die Entscheidung nicht überraschend.

Die Inflation hatte sich zuletzt wieder deutlich vom EZB-Ziel von 2 Prozent entfernt. Im September stieg die Teuerungsrate in Deutschland auf 3,3 Prozent, im Euroraum sogar auf 3,8 Prozent. Die Hoffnung, der durch den Irankrieg ausgelöste Preisschub könnte sich rasch verflüchtigen, hat sich bislang nicht erfüllt, vielmehr droht sich der Inflationsdruck zu verfestigen. Damit wächst auch die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen - möglicherweise bereits im Dezember, spätestens aber wohl im Laufe des kommenden Jahres. Das Zinsniveau könnte damit länger hoch bleiben, als viele Marktteilnehmer noch vor wenigen Monaten erwartet hatten.

Bauzinsen auf 17-Jahres-Hoch - Entlastung kaum in Sicht

Doch damit nicht genug: Auch die Renditen langfristiger Bundesanleihen sind zuletzt deutlich gestiegen. Neben den hohen Inflationserwartungen belasten die wachsenden Staatsschulden und die zuletzt größeren Unsicherheiten an den Kapitalmärkten.

Die Folge für Immobilieninteressenten: Die Bauzinsen haben zuletzt weiter angezogen und erreichten mit durchschnittlich rund 4,5 Prozent den höchsten Stand seit 17 Jahren. Zwar sind die Konditionen in den letzten Wochen wieder um etwa 0,2 Prozentpunkte zurückgekommen, doch von einer nachhaltigen Entspannung kann keine Rede sein.

Damit bestätigt sich eine Einschätzung, auf die wir an dieser Stelle seit Jahren immer wieder hingewiesen haben: Wer auf dauerhaft sinkende Bauzinsen wartet, könnte am Ende teuer dafür bezahlen. Die günstigeren Finanzierungsfenster früherer Jahre sind längst geschlossen. Wer damals gehandelt hat, dürfte heute in vielen Fällen deutlich besser dastehen.


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Schwieriger Markt - bessere Chancen für entschlossene Käufer

Ist es deshalb jetzt mit einer Immobilie zu spät? Keineswegs. Denn die aktuelle Gemengelage hat auch eine andere Seite. Hohe Zinsen, eine schwache Konjunktur und die anhaltende Verunsicherung bremsen die Nachfrage. Für Kaufinteressenten mit ausreichend Eigenkapital und gesicherter Finanzierung kann genau das zum Vorteil werden.

Während die Immobilienpreise langfristig weiter steigen dürften, könnte der Verkaufsdruck auf einzelne Eigentümer und Projektentwickler zunehmen. Nicht jeder Verkäufer kann auf bessere Zeiten warten. Entsprechend wächst der Spielraum, Preisnachlässe auszuhandeln und Objekte unterhalb der ursprünglichen Preisvorstellungen zu erwerben.

Wer finanziell solide aufgestellt ist, sollte solche Gelegenheiten nutzen - statt auf deutlich bessere Zeiten zu hoffen, die womöglich auf Jahre hinaus ausbleiben.

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