Mieten steigen deutlich, Immobilienpreise stagnieren laut IW-Wohnindex

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Am deutlichsten sanken die Immobilienpreise zuletzt in Stuttgart, gefolgt von Berlin und Köln, während die Mieten bundesweit weiter anzogen.

Der IW-Wohnindex für das dritte Quartal 2026 zeigt: Die Mieten steigen bundesweit deutlich, während sich die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser kaum noch bewegen. In den sieben teuersten Städten sinken die Preise sogar. Was das für Käufer und Mieter bedeutet.

Auf dem deutschen Immobilienmarkt bewegen sich Kaufpreise und Mieten derzeit in entgegengesetzte Richtungen. Die Mieten steigen kräftig weiter, während Eigentumswohnungen und Häuser kaum noch teurer werden. Das zeigt der aktuelle IW-Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Grundlage der Auswertung sind die Angebotspreise und -mieten im dritten Quartal 2026.

Immobilienpreise stagnieren - in den teuersten Städten sinken sie

Bundesweit kosteten Eigentumswohnungen im dritten Quartal nur 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ein- und Zweifamilienhäuser legten um 0,4 Prozent zu. Gemessen am Höchststand des Jahres 2022 liegen die Immobilienpreise damit weiterhin rund zehn Prozent niedriger.

In den sieben teuersten deutschen Städten läuft die Entwicklung sogar gegenläufig. Dort wurden Wohnungen binnen eines Jahres knapp ein Prozent günstiger, Häuser verloren mehr als zwei Prozent an Wert. Am deutlichsten fielen die Preise in Stuttgart, gefolgt von Berlin und Köln.

SegmentVeränderung zum Vorjahr
Eigentumswohnungen, bundesweit+0,3 Prozent
Ein- und Zweifamilienhäuser, bundesweit+0,4 Prozent
Wohnungen, sieben teuerste Städteknapp -1,0 Prozent
Häuser, sieben teuerste Städteüber -2,0 Prozent
Stuttgart-3,9 Prozent
Berlin-2,0 Prozent
Köln-1,3 Prozent
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), IW-Wohnindex, drittes Quartal 2026

Mieten steigen deutlich - am stärksten im Umland der Metropolen

Ganz anders sieht es auf dem Mietmarkt aus: Bundesweit zogen die Angebotsmieten binnen eines Jahres um 4,5 Prozent an. Im Umland der großen Städte fiel der Anstieg mit 5,2 Prozent sogar noch kräftiger aus. In den Metropolen selbst blieb er mit 3,8 Prozent dagegen moderater. Eine Ausnahme bildet Hamburg: Dort steigen die Mieten um knapp sieben Prozent.


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RegionVeränderung der Angebotsmieten zum Vorjahr
Bundesweit+4,5 Prozent
Umland der Metropolen+5,2 Prozent
Metropolen+3,8 Prozent
Hamburgknapp +7,0 Prozent
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), IW-Wohnindex, drittes Quartal 2026

Hohe Zinsen bremsen den Immobilienmarkt

Für die Zurückhaltung auf dem Immobilienmarkt sorgen vor allem die gestiegenen Finanzierungskosten. Da die meisten Käufer ihre Immobilie über einen Bankkredit finanzieren, schlagen höhere Zinsen direkt auf die monatliche Belastung durch.

Rechenbeispiel: Teurere Finanzierung durch steigende Zinsen

Für einen Kredit über 300.000 Euro zahlten Käufer Anfang 2026 bei zwei Prozent Tilgung monatlich rund 1.450 Euro. Inzwischen sind es laut IW-Berechnung etwa 1.600 Euro - ein Plus von mehr als zehn Prozent.

Auch Kapitalanleger zögern. Mit Staatsanleihen und anderen festverzinslichen Papieren lassen sich inzwischen wieder ordentliche Renditen erzielen. Dadurch verliert die Immobilie als Anlageform an Reiz.

Für den Zinsanstieg nennt das IW zwei Ursachen: Zum einen haben die Inflationserwartungen zugenommen, weil der Iran-Krieg die Energiepreise treibt. Zum anderen wächst angesichts hoher Staatsschulden das Misstrauen in die langfristige Tragfähigkeit der Staatsfinanzen, wofür Anleger Risikoaufschläge verlangen. Beides zusammen treibt die Zinsen und sorgt mit dafür, dass die Mieten steigen, während der Immobilienkauf teuer bleibt.

Warum die Mieten laut IW weiter steigen dürften

„Hohe Zinsen treiben zahlungskräftige Haushalte zurück auf den Mietmarkt“, sagt IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer. Dadurch wachse die Nachfrage, ohne dass neue Wohnungen entstünden. Hinzu kommen steigende Baukosten, weil Bauen viel Energie verbraucht - entsprechend dürfte der Neubau eher zurückgehen. Sollte sich daran nichts ändern, dürften die Mieten steigen, erwartet das IW für die kommenden Quartale.

Voigtländer sieht deshalb den Staat gefordert: „Der Staat sollte gegensteuern, etwa mit Bürgschaften für private Immobilienkredite. Das kostet wenig und stabilisiert den Markt.“

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