Immobilienfonds: Markt stabilisiert sich nur langsam

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Ilva Diaco, Intreal

Europäische Immobilien-AIFs (Alternative Investmentfonds) haben ihr Nettofondsvermögen 2025 leicht gesteigert, obwohl Anleger unter dem Strich Kapital abzogen. Die Unterschiede zwischen den Märkten bleiben groß.

Das Nettofondsvermögen regulierter europäischer Immobilienfonds ist 2025 trotz deutlicher Mittelabflüsse gestiegen. Zum Jahresende lag das Volumen bei 1.048,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 1,4 Prozent oder 14 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

Das berichtet die auf Immobilienfonds spezialisierte Service-KVG Intreal unter Berufung auf aktuelle Zahlen der European Fund and Asset Management Association. Auch die Zahl der Fonds nahm demnach weiter zu. Sie stieg von 4.032 Ende 2024 auf 4.258 zum Jahresende 2025.


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Nach Einschätzung von Ilva Diaco, Conducting Officer Portfolio Management, Marketing & Distribution bei Intreal Luxembourg, deuten die Zahlen auf eine Bodenbildung und eine schrittweise Stabilisierung des Marktes hin. Von einer breiten Entspannung könne aber noch keine Rede sein.

Kapitalflüsse bleiben uneinheitlich

Die Kapitalbewegungen zeigen weiterhin ein angespanntes Bild. Europäische Immobilien-AIFs verzeichneten 2025 Nettomittelabflüsse von rund 11,17 Milliarden Euro. Das entspricht einer Abflussquote von etwa 1,08 Prozent des Vorjahresvermögens.

Besonders deutlich fielen die Rückgänge in Luxemburg aus. Dort lag die Mittelabflussquote bei 6,8 Prozent, was einem Minus von 9,26 Milliarden Euro entspricht. Deutschland bewegte sich mit 1,13 Prozent oder 3,24 Milliarden Euro Abflüssen etwa im europäischen Durchschnitt.

In einzelnen Märkten gab es dagegen Zuflüsse. Griechenland kam auf Nettomittelzuflüsse von 7,3 Prozent des Vorjahresvermögens, entsprechend 535 Millionen Euro. In der Schweiz lagen die Zuflüsse bei 4,5 Prozent oder 2,37 Milliarden Euro.

Asset-Qualität rückt stärker in den Fokus

Diaco verweist auf ein heterogenes Bild innerhalb Europas. Während einige Märkte weiter von Abflüssen geprägt seien, zeige sich in anderen Regionen wieder mehr Investoreninteresse.

Das erste Quartal 2026 war nach Einschätzung von Intreal Luxembourg von zunehmender Nervosität geprägt. Als Gründe nennt das Unternehmen geopolitische Spannungen, konjunkturelle Unsicherheiten und anhaltende Inflationssorgen. Für Investoren rücken damit vor allem die Qualität der Immobilien und die Sicherheit der Finanzierung stärker in den Vordergrund.

Für Intreal Luxembourg selbst lief das Geschäft im vergangenen Jahr unterdessen gut. Das Unternehmen berichtet für 2025 von einem „signifikanten Wachstum“ und einer „deutlichen Erweiterung“ des Kundenstamms. „Getrieben wird dieses Wachstum von zunehmend anspruchsvollen Investoren, die maßgeschneiderte Lösungen und eine enge Begleitung erwarten“, so Ilva Diaco.

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