Der Brent-Ölpreis notiert zu Beginn der europäischen Eröffnung mehr als 5 Prozent höher bei über 95 US-Dollar. Gleichzeitig startet der DAX rund 1 Prozent schwächer in die Woche, während die Futures auf den S&P 500 vorbörslich etwa 0,5 Prozent im Minus liegen. Die Märkte zeigen sich nervös, ohne jedoch in Panik zu verfallen.
Am Wochenende haben die Spannungen zwischen den USA und dem Iran wieder zugenommen. Der zweiwöchige Waffenstillstand läuft am Mittwoch aus. Eine Verlängerung ist damit das Mindeste, was die Märkte jetzt brauchen, um ruhig zu bleiben. Bleibt sie aus, könnten die Ölpreise schnell wieder über 100 US-Dollar steigen. Das würde Aktien insgesamt unter Druck setzen, vor allem zinssensitive Sektoren. Gleichzeitig könnte die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold wieder anziehen.
Vor diesem Hintergrund wirkt die Erholung an den Aktienmärkten der vergangenen Wochen zunehmend losgelöst von der makroökonomischen Realität. Eine Abkopplung ist nicht ungewöhnlich, aber auf Dauer schwer haltbar. Entweder liefern Fortschritte in den Verhandlungen die nötige Unterstützung für die hohen Bewertungen oder Anleger nehmen kurzfristig Gewinne mit.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.












