IW-Wohnindex: Mietangebote in Großstädten brechen massiv ein

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Foto: Friedberg - stock.adobe.com
Im Bestand ist wegen der vielfach noch niedrigen Mieten in bestehenden Verträgen zu wenig Bewegung (Symbolbild).

Der Wohnungsmarkt bleibt angespannt: Während die Kaufpreise kaum noch steigen, ziehen die Mieten weiter an. Gleichzeitig ist das Angebot an Mietwohnungen in vielen Großstädten seit 2022 deutlich geschrumpft. Die aktuellen IW-Daten zeigen, wie stark sich der Markt verändert hat.

Steigende Mieten und nur leicht wachsende Kaufpreise prägen weiterhin den deutschen Immobilienmarkt. Das zeigt der aktuelle Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Im zweiten Quartal 2026 verteuerten sich Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorjahresquartal jeweils um 0,8 Prozent.

Die Angebotsmieten legten bundesweit dagegen um vier Prozent zu und stiegen damit deutlich stärker als die Inflation von 2,6 Prozent. Besonders kräftig erhöhten sich die Mieten in Köln mit 7,9 Prozent. Es folgen Hamburg mit 5,5 Prozent und Leipzig mit 5,4 Prozent.


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Auf dem Mietmarkt bleibt das Angebot dabei knapp. Bundesweit werden noch immer knapp zwölf Prozent weniger Mietwohnungen inseriert als zu Beginn des Jahres 2022. In einzelnen Großstädten fällt der Rückgang deutlich stärker aus. In Hamburg hat sich das Angebot mit einem Minus von 57 Prozent mehr als halbiert. In Frankfurt am Main liegt der Rückgang bei 43 Prozent, in Leipzig bei 40 Prozent.

Mietangebot bleibt deutlich unter Vorkrisenniveau

Eine Ausnahme bildet Berlin. Dort liegt das Angebot an Mietwohnungen um 43 Prozent über dem Niveau von 2022. Nach Angaben des IW ist dieser Anstieg jedoch vor allem auf den zuvor eingeführten Mietendeckel zurückzuführen, der das Angebot zunächst stark reduziert hatte. Allein im ersten Quartal nach seiner Einführung war die Zahl der inserierten Mietwohnungen um 39 Prozent gesunken.

Anders entwickelt sich der Markt für Wohneigentum. Bundesweit werden inzwischen nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen angeboten wie Anfang 2022. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern liegt das Angebot sogar rund 140 Prozent höher. Das führt das IW nicht auf eine höhere Bautätigkeit zurück. Vielmehr verkleinern gestiegene Finanzierungskosten den Kreis potenzieller Käufer und verlängern die Vermarktungsdauer. Dadurch erscheinen Objekte häufiger in den Immobilienportalen und bleiben dort länger sichtbar.

Wer eine Wohnung mieten möchte, trifft damit auf ein knappes Angebot und steigende Preise. Gleichzeitig erschweren hohe Finanzierungskosten vielen Haushalten den Erwerb von Wohneigentum. Nach Einschätzung des IW bremst diese Kombination die Dynamik am Wohnungsmarkt.

Geringe Umzugsmobilität belastet den Wohnungsmarkt

Hinzu kommt nach Einschätzung des Instituts eine geringe Umzugsmobilität. Viele Haushalte wohnen in Immobilien, die nicht mehr zu ihrer aktuellen Lebenssituation passen, geben ihre vergleichsweise günstigen Bestandsmieten jedoch nicht auf.

„Auf dem Mietmarkt fehlt nicht nur Neubau, sondern auch Bewegung im Bestand“, sagt IW-Immobilienökonom Pekka Sagner. „Die Umzugsmobilität ist zu gering – bestehender Wohnraum wird nicht umfänglich genutzt. Noch strengere Mietregeln würden diesen Effekt verstärken und das Angebot für Wohnungssuchende weiter verknappen.“


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