KI in der Finanzberatung: Nur knapp jeder Vierte nutzt sie täglich

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Frank Rottenbacher
Foto: AfW
Frank Rottenbacher, AfW: "Es ist noch viel Luft nach oben."

Die Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz nimmt in der Finanz- und Versicherungsvermittlung zu, wenn auch überraschend langsam. Inzwischen setzt jeder zweite Vermittler entsprechende Anwendungen ein. Im täglichen Arbeitsalltag nutzt KI allerdings erst knapp jeder Vierte.

Die Hälfte der Finanz- und Versicherungsvermittler nutzt inzwischen KI-Anwendungen wie ChatGPT für ihre berufliche Tätigkeit. Im Vorjahr waren es 35 Prozent, 2023 erst 16 Prozent. Das geht aus dem 18. „Vermittlerbarometer“ des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung hervor. Für die Erhebung wurden zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 rund 1.000 Vermittlerinnen und Vermittler befragt.

Dabei ist die Nutzungsintensität unterschiedlich. Von den Vermittlern, die bereits KI einsetzen, verwenden 46 Prozent entsprechende Anwendungen täglich und 35 Prozent wöchentlich. Bezogen auf alle Befragten nutzen damit rund 23 Prozent KI täglich und etwa 17,5 Prozent wöchentlich.

Unter den Vermittlern, die bislang keine KI einsetzen, planen 19 Prozent, in den kommenden drei Monaten (seit der Umfrage) erste Anwendungen einzuführen. 69 Prozent dieser Gruppe schließen eine Nutzung weiterhin aus. „Die Zahlen zeigen vor allem eines: Es ist noch viel Luft nach oben. Erst die Hälfte der Vermittlerschaft setzt überhaupt KI ein, und nur rund 23 Prozent arbeiten täglich damit“, sagt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. Zugleich betont er: „Klar ist auch: KI ergänzt die Beratung, sie ersetzt sie nicht. Die persönliche Vertrauensbeziehung zwischen Vermittler und Kunde bleibt das Fundament unserer Arbeit.“

Datenauswertung und Backoffice gewinnen an Bedeutung

Am häufigsten nutzen Vermittler KI für die Texterstellung. 77 Prozent der KI-Nutzer setzen die Technologie dafür ein. Es folgen die Informationsbeschaffung mit 57 Prozent und die Ideenfindung mit 44 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gewinnen laut AfW vor allem Datenauswertungen und Backoffice-Aufgaben an Bedeutung, während KI seltener zur Ideenfindung genutzt wird.

Im direkten Kundendialog spielen entsprechende Anwendungen dagegen bislang kaum eine Rolle. Lediglich 4,5 Prozent nutzen KI-gestützte Chatbots. Die mit Abstand wichtigste Erwartung an den Einsatz der Technologie ist Zeitersparnis: 93 Prozent der Befragten nennen diesen Punkt. Vertriebsunterstützung folgt mit 45 Prozent, Kosteneffizienz mit 40 Prozent und eine bessere Kundenbetreuung mit 37 Prozent. 34 Prozent erwarten Verbesserungen bei der Datenanalyse.

Gleichzeitig bestehen weiterhin Vorbehalte. 69 Prozent der Befragten sehen die Fehleranfälligkeit der Systeme als Problem. 44 Prozent nennen Datenschutzbedenken, 34 Prozent einen möglichen Kontrollverlust und 33 Prozent die Komplexität der Technologie. Neun Prozent geben an, keine Bedenken gegenüber dem KI-Einsatz zu haben.

Vermittler wünschen Unterstützung bei der Auswahl von KI-Tools

Auch der Unterstützungsbedarf bleibt den Angaben zufolge hoch. Drei Viertel der Vermittler wünschen sich Hilfestellung bei der Auswahl geeigneter KI-Tools. 61 Prozent sehen Unterstützungsbedarf bei der technischen Implementierung, 56 Prozent bei rechtlichen Anforderungen.


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