Klimastudie: Starkregen und Hitze werden zum Risiko Nummer eins für Immobilien

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Klimawandel hat Folgen: Die Immobilien in Deutschland sind nur bedingt daraus ausgerichtet.
Foto: AdobeStock/Quality Stock Arts
Der Klimawandel hat Folgen: Die Immobilien hierzulande sind dafür eher schlecht gerüstet.

Eine Analyse von Wüest Partner und Climada Technologies für rund 23 Millionen Gebäude in Deutschland zeigt: Bis 2050 könnten bis zu 68 Prozent einem hohen Hitzestress ausgesetzt sein. Auch Starkregen entwickelt sich zu einem der größten Risiken. Wie stark, hängt vom jeweiligen Standort ab.

Der Klimawandel verändert die Risikolandschaft für Gebäude in Deutschland. Erstmals haben Wüest Partner und Climada Technologies die künftigen physischen Klimarisiken für rund 23 Millionen Gebäude im Land untersucht. Das Ergebnis: Je nach Emissionsszenario könnten bis 2050 bis zu 68 Prozent aller Gebäude einem hohen bis sehr hohen Hitzestress ausgesetzt sein.


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Gleichzeitig entwickelt sich Starkregen zu einem der bedeutendsten Klimarisiken für Immobilien. Weitere Risiken wie Hochwasser, Sturm oder Erdrutsch verändern sich regional sehr unterschiedlich. Für Investitions-, Bewertungs- und Standortentscheidungen gewinnen individuelle Risikoanalysen damit an Bedeutung.

Die Studie untersucht die Entwicklung von Hitze, Starkregen, Fluss- und Küstenhochwasser, Sturm sowie Erdrutsch bis zum Jahr 2050 unter verschiedenen Emissionsszenarien.

Hitzestress trifft künftig weite Teile Deutschlands

Am deutlichsten steigt das Risiko durch Hitze. Im historischen Referenzzeitraum war kaum ein Gebäude einem hohen bis sehr hohen Hitzestress ausgesetzt. Bis 2050 könnten es je nach Emissionsszenario bis zu zwei Drittel aller Gebäude sein. Besonders betroffen sind der Süden und die Mitte Deutschlands sowie dicht bebaute urbane Räume. Mit steigenden Emissionen breitet sich das Risiko zunehmend auch nach Norden aus.

Auch das Risiko durch Starkregen nimmt zu, weil wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann und Starkniederschläge dadurch intensiver werden. Bis 2050 könnte der Anteil gefährdeter Gebäude von heute rund 0,4 Prozent auf über zehn Prozent steigen. Hoch bleibt das Risiko vor allem in Süddeutschland und den Mittelgebirgen, gleichzeitig weitet es sich zunehmend nach Norden und Westen aus.

Starkregen gewinnt gegenüber klassischem Hochwasser an Bedeutung

Das Risiko klassischer Flusshochwasser geht der Analyse zufolge in einigen Regionen zurück. Gleichzeitig gewinnen Starkregenereignisse mit lokalen Überflutungen und Oberflächenabfluss deutlich an Bedeutung.

Auch bei den übrigen Klimarisiken zeigen sich regionale Veränderungen. Das Risiko für Küstenhochwasser nimmt vor allem an der Nordseeküste deutlich zu und steigt teilweise auch an der Ostsee. Das Sturmrisiko bleibt vor allem im Norden und Westen Deutschlands hoch, seine weitere Entwicklung ist jedoch mit größeren Unsicherheiten verbunden. Das Erdrutschrisiko bleibt insgesamt gering, könnte sich bis 2050 je nach Emissionsszenario aber verdoppeln bis verdreifachen. Betroffen sind vor allem Mittelgebirgslagen und alpine Randgebiete.

„Klimarisiken entwickeln sich zu einem wesentlichen Standort- und Wertfaktor. Wer heute in Immobilien investiert oder Bestände steuert, muss die zukünftige Klimaresilienz eines Standorts stärker berücksichtigen als bisher“, sagt Dr. Michael Heigl, Director bei Wüest Partner.

Klimarisiken rücken stärker in Investitions- und Bewertungsentscheidungen

Die Ergebnisse verdeutlichen aus Sicht der Studienautoren, dass Klimarisiken künftig stärker in Investitions-, Bewertungs-, Finanzierungs- und ESG-Entscheidungen einfließen müssen. Standortspezifische Analysen werden demnach unverzichtbar, weil sich die Risiken regional sehr unterschiedlich entwickeln.

„Die Analyse schafft erstmals eine deutschlandweite Datengrundlage, um physische Klimarisiken objektiv zu bewerten und fundierte Entscheidungen für Bestände, Portfolios und Projektentwicklungen zu treffen. Wer physische Klimarisiken frühzeitig analysiert und geeignete Anpassungsmaßnahmen ergreift, kann zur Widerstandsfähigkeit und zum Werterhalt des Gebäudebestands beitragen“, sagt Heigl.


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