Netflix vor Quartalszahlen: Kommt jetzt die Wende für die Aktie?

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Foto: stock.adobe.com/Walter Cicchetti
Netflix legt Q2-Zahlen vor. Diese Kennzahlen und Wachstumstreiber sind jetzt für Anleger entscheidend.

Die Netflix-Aktie hat den Gesamtmarkt zuletzt deutlich hinter sich gelassen – allerdings im negativen Sinne. Mit den Zahlen für das zweite Quartal und einem neuen Ausblick könnte sich nun entscheiden, ob der Streaming-Anbieter die Trendwende schafft.

Für Netflix-Aktionäre lief es zuletzt alles andere als rund. Die Aktie hat sich innerhalb eines Jahres nahezu halbiert und liegt seit Jahresbeginn rund 21 Prozent im Minus. Währenddessen legte der breite US-Aktienmarkt, gemessen am S&P 500, um rund 10 Prozent zu. Ob die Underperformance anhält oder die Aktie in der zweiten Jahreshälfte zur Aufholjagd ansetzt, könnte sich bereits in dieser Woche entscheiden. Am Donnerstag legt Netflix die Q2-Zahlen sowie einen neuen Ausblick vor.


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Anleger sollten vor allem auf die Profitabilität achten. Mit einer EBIT-Marge von 29,7 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten verfügt Netflix über eine hohe operative Marge. Sie spricht für eine starke Preissetzungsmacht, Skaleneffekte und eine hohe Kostendisziplin. Entscheidend wird jedoch sein, ob das Unternehmen diese hohe Marge trotz steigender Investitionen und wachsender Konkurrenz verteidigen kann. Davon dürfte maßgeblich abhängen, wie sich das zukünftige Gewinnwachstum entwickelt. 

Faktoren, die das zukünftige Gewinnwachstum und damit die Bewertung der Netflix-Aktie bestimmen könnten:

Die zukünftige Wachstumsdynamik von Netflix dürfte davon abhängen, wie erfolgreich das Unternehmen das Account-Sharing weiter monetarisieren kann. Sollte es gelingen, einen hohen Anteil ehemaliger Mitnutzer in zahlende Kunden oder Zusatz-Mitgliedschaften zu überführen, könnte dies das Umsatzwachstum auch in zunehmend gesättigten Märkten stützen. 

Gleichzeitig dürfte die Content-Strategie weiter an Bedeutung gewinnen. Neue Blockbuster, erfolgreiche lokale Produktionen und der Ausbau von Live-Formaten wie Sportübertragungen oder WWE Raw könnten dazu beitragen, bestehende Nutzer stärker zu binden und neue Abonnenten zu gewinnen. Eine attraktive Content-Pipeline würde zudem das Risiko steigender Kündigungsraten verringern und die Wettbewerbsposition stärken. 

Ein weiterer wichtiger Wachstumstreiber könnte das Werbegeschäft werden. Sollte Netflix das werbefinanzierte Abo und Live-Inhalte erfolgreich ausbauen, könnten zusätzliche Erlösquellen entstehen, die das klassische Abo-Modell ergänzen und die Profitabilität langfristig verbessern. 

Darüber hinaus dürfte die Fähigkeit zu Preiserhöhungen im Fokus bleiben. Gelingt es Netflix, höhere Preise durchzusetzen, ohne dass die Kündigungsquote spürbar ansteigt, wäre dies ein Hinweis auf eine anhaltend hohe Preissetzungsmacht. Entsprechend dürfte die Churn Rate eine der wichtigsten Kennzahlen bleiben, da sie Aufschluss darüber gibt, wie gut Kunden Preisanpassungen akzeptieren. Eine dauerhaft niedrige Kündigungsquote würde dafür sprechen, dass Netflix seine starke Marktposition behaupten und seine operativen Margen auch zukünftig stabil halten oder weiter ausbauen kann.

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.

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