Neues Ascore-Scoring: Private Haftpflicht auf dem Prüfstand

Foto: AdobeStock/Alexandr Peers
Ascore Analyse hat insgesatm 348 Haftpflichttarife unter die Lupe genommen.

Das Hamburger Analysehaus Ascore hat im Juni 2026 den aktuellen Scoring-Jahrgang für die Private Haftpflichtversicherung veröffentlicht. Insgesamt wurden 348 Tarife im Bereich Private Haftpflicht, 19 Tarife in Cyber Privat sowie 20 Tarife in der Dienst-Haftpflicht unter die Lupe genommen und aktualisiert.

Wer einen Dritten unbeabsichtigt schädigt, haftet im Zweifel mit seinem gesamten Vermögen. Die Private Haftpflichtversicherung gehört deshalb zu den wenigen Policen, auf die Verbraucherschützer und Vermittler gleichermaßen selten verzichten würden. Umso mehr lohnt ein genauer Blick auf die Qualität der verfügbaren Tarife – den Ascore Analyse nun mit dem aktuellen Scoring-Jahrgang 2026 liefert.


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Insgesamt hat das Hamburger Analysehaus 348 Tarife im Bereich Private Haftpflicht neu bewertet, dazu 19 Tarife in Cyber Privat und 20 in der Dienst-Haftpflicht. „Ziel ist es, die Aktualität und Qualität unserer Tarifbewertungen kontinuierlich sicherzustellen“, sagt Christina Frese, Versicherungsanalystin im Bereich Komposit bei Ascore Analyse.

Neben der Zahl an bewerteten Tarifen hat Ascore auch den Kriterienkatalog für die Private Haftpflicht überarbeitet. Neu aufgenommen wurden drei Prüfpunkte: der geografische Geltungsbereich der Forderungsausfalldeckung – mindestens EU, Vereinigtes Königreich, Norwegen und Schweiz –, der Versicherungsschutz beim Bauherrenrisiko bei Eigenleistung oder Nachbarschaftshilfe sowie die maximale Anzahl der Vorschäden in den letzten fünf Jahren, die als reines Informationskriterium einfließt.

Mehr Tarife an der Spitze – vor allem bei Singles

Der Blick auf die Ergebnisse zeigt eine deutliche Aufwärtsbewegung im Spitzensegment. Im Tarif-Segment Familie erhielten 2026 insgesamt 40 Tarife die Höchstbewertung von sechs Kompassen – 2025 waren es noch 26.

Quelle: Ascore

Noch ausgeprägter fällt der Zuwachs bei den Singles aus: Hier stieg die Zahl der Spitzentarife von 31 auf 42. Gleichzeitig dünnte die Gruppe der mit fünf Kompassen bewerteten Tarife in beiden Segmenten merklich aus, was auf eine Polarisierung des Marktes hindeutet.

Für die Bewertung zog Ascore im Familiensegment insgesamt 109 Kriterien heran, davon 42 Score-relevante. Bei Singles waren es 98 Kriterien, davon 38 direkt bewertungsrelevant. Grundlage sind ausschließlich die aktuellen Versicherungsbedingungen sowie die Annahme- und Verkaufsrichtlinien der jeweiligen Anbieter – ohne Gewichtung einzelner Kriterien oder redaktionelle Einflussnahme.

Dienst-Haftpflicht und Cyber Privat im Vergleich

Im Bereich Dienst-Haftpflicht wurden 20 Tarife von 14 Gesellschaften bewertet. Von 35 Kriterien flossen 24 ins Scoring ein. Sieben Tarife erreichten die Höchstbewertung von sechs Kompassen – einer mehr als im Vorjahr. Damit zeigt die Dienst-Haftpflicht im Jahresvergleich eine stabile, leicht positive Entwicklung an der Spitze.

Quelle: Ascore Analyse

Deutlich schwieriger stellt sich die Lage im Segment Cyber Privat dar. Von ebenfalls 20 bewerteten Tarifen aus 14 Gesellschaften schaffte es lediglich ein einziger in die Spitzengruppe mit sechs Kompassen. Von 38 Kriterien wurden 20 für das Scoring herangezogen. Die Zahl der Tarife mit fünf Kompassen wuchs zwar von sechs auf acht, doch insgesamt bleibt das Qualitätsniveau im Cyber-Segment hinter den anderen Bereichen zurück.

Quelle: Ascore Analyse

Ergebnisse im Ascore Navigator abrufbar

Die vollständigen Scoring-Ergebnisse stehen unter www.ascore.de zum Download bereit. Wer den Ascore Navigator nutzt, erhält die Detailbewertungen direkt in der Software.


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