Umfrage: 81 Prozent befürworten Versicherungspflicht gegen Hochwasserschäden

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Luftaufnahme eines überfluteten Ortes im Ahrtal mit überschwemmten Straßen, Häusern und braunem Hochwasser nach der Flutkatastrophe im Juli 2021.
Bild: Christian – stock.adobe.com
Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 verursachte Schäden in Milliardenhöhe und löste eine anhaltende Debatte über eine Pflichtversicherung gegen Hochwasser aus.

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal spricht sich eine deutliche Mehrheit der Hausbesitzer für eine Pflichtversicherung gegen Hochwasser aus. Gleichzeitig wächst die Sorge vor ähnlichen Ereignissen in der eigenen Region. Die Debatte über die Finanzierung künftiger Schäden gewinnt damit neue Dynamik.

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal befürwortet eine große Mehrheit der deutschen Hausbesitzer eine Pflichtversicherung gegen Hochwasser. Das geht aus einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox unter 1.054 Hausbesitzern hervor. Demnach sprechen sich 81 Prozent für eine entsprechende Regelung aus.

Tabelle zu den Umfrageergebnissen

UmfrageergebnisAnteil
Befürworten eine Pflichtversicherung gegen Hochwasser81 Prozent
Sind besorgt über eine Flut in der eigenen Region58 Prozent
Können keine weiteren Kosten für Wohneigentum tragenknapp 12 Prozent
Möchten keine zusätzlichen Kosten übernehmen23 Prozent

Zugleich wächst die Sorge vor ähnlichen Ereignissen. Nach Angaben der Befragten rechnen 58 Prozent damit, dass auch ihre eigene Region von einer Flut wie im Juli 2021 betroffen sein könnte.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 kamen bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mindestens 185 Menschen ums Leben. Die materiellen Schäden werden auf 30 bis 40 Milliarden Euro geschätzt. Wie bereits nach früheren Hochwasserereignissen entbrannte anschließend die Diskussion über eine Pflichtversicherung, da Schäden nicht versicherter Hausbesitzer häufig vom Staat und damit von der Allgemeinheit getragen werden.

Pflichtversicherung bleibt politisch in der Diskussion

Bislang ist die Elementarversicherung gegen Naturgefahren eine freiwillige Ergänzung zur Wohngebäudeversicherung. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist die Einführung einer Versicherungspflicht vorgesehen. Die Bundesregierung will allerdings zunächst prüfen, ob Versicherte eine Abwahlmöglichkeit erhalten sollen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

„Der Klimawandel ist in der öffentlichen Diskussion in den Hintergrund gerückt“, kommentiert Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich.

In besonders hochwassergefährdeten Regionen können viele Hausbesitzer derzeit keine Elementarversicherung abschließen. Zahlreiche Versicherer bieten dort keinen entsprechenden Schutz an, weil das Risiko von Überschwemmungen und hohen Schäden als zu groß gilt. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts trotz entsprechender Warnungen Baugebiete in hochwassergefährdeten Lagen ausgewiesen.


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Zustimmung trifft auf Vorbehalte bei den Kosten

Trotz der breiten Unterstützung für eine Versicherungspflicht zeigt die Umfrage Vorbehalte bei den möglichen Mehrkosten. Knapp 12 Prozent der befragten Hausbesitzer geben an, keine zusätzlichen Ausgaben für ihr Wohneigentum tragen zu können. Weitere 23 Prozent erklären, dass sie solche Kosten nicht übernehmen möchten.


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