Zwei Drittel der Private-Equity-Entscheider berichten, dass KI-Programme in ihren Beteiligungsunternehmen die wirtschaftlichen Ziele übertroffen haben. Weitere 30 Prozent sehen die Programme im Plan. Gleichzeitig setzen nur 36 Prozent der Unternehmen in den Portfolios künstliche Intelligenz im laufenden Betrieb ein. Das geht aus dem „2026 Private Equity AI Radar“ von FTI Consulting hervor, für den 200 Entscheider weltweit befragt wurden.
Die Zahlen zeigen ein geteiltes Bild: Wo KI im Tagesgeschäft angekommen ist, scheint sie schnell Wirkung zu entfalten. In der Breite bleibt der Einsatz aber begrenzt. 17 Prozent der Befragten nennen einzelne Anwendungen, zwölf Prozent verorten KI in bestimmten Unternehmensbereichen, sieben Prozent sprechen von einer flächendeckenden Integration. Weitere 21 Prozent sehen ihre Beteiligungsunternehmen in der Pilotphase.
43 Prozent der Befragten berichten dagegen, dass ihre Portfoliounternehmen bisher allenfalls experimentieren, KI nur eingeschränkt nutzen oder noch gar nicht einsetzen. Gleichzeitig rechnen viele Investoren mit einem schnellen Return on Investment. 38 Prozent erwarten, dass sich KI-Investitionen innerhalb von sieben bis zwölf Monaten auszahlen, 31 Prozent innerhalb von 13 bis 24 Monaten. Zwölf Prozent geben an, dass ihre Programme die gesetzten Ziele bereits heute erfüllen.
KI-Einsatz in Beteiligungsunternehmen bleibt oft punktuell
„Die Unternehmen, die KI bereits im Tagesgeschäft verankert haben, bauen gerade einen Vorsprung auf, der für andere nur noch schwer einzuholen sein wird“, sagt Friederike Süllau, Senior Managing Director bei FTI-Andersch. „Sie sammeln Erfahrungswerte, verändern ihre Arbeitsweise, optimieren ihre Prozesse und treffen schnellere Entscheidungen. Wer jetzt nicht wirklich anfängt, trifft schon in Kürze auf Wettbewerber, die einen erheblichen Vorsprung haben. Das wird Märkte strukturell verändern.“
Beim Einsatzzweck dominiert derzeit der Blick auf den Umsatz. 41 Prozent der Befragten geben an, dass KI-Initiativen in ihren Beteiligungsunternehmen in erster Linie auf Wachstum zielen, 24 Prozent auf Kostensenkung. 35 Prozent verfolgen beide Ziele parallel. Auf der Umsatzseite stehen neue Produkte und Dienstleistungen, Preis- und Margenoptimierung sowie eine höhere Vertriebsproduktivität im Vordergrund. Bei den Kosten nennen die Befragten vor allem IT, Einkauf sowie die bessere Auslastung von Anlagen und Maschinen.
Die Zielgrößen bleiben dabei meist moderat. 63 Prozent der Kostenprogramme und 65 Prozent der Umsatzprogramme sollen eine Verbesserung von fünf bis zehn Prozent erreichen. Nur ein kleiner Teil peilt mehr als 20 Prozent an. „Der Umsatzfokus ist nachvollziehbar. Heutige KI-Software liefert exzellente Werkzeuge, um im Vertrieb und in der Preisgestaltung sehr schnell produktiven Einsatz zu ermöglichen“, sagt Süllau. „Gleichzeitig sehen wir bei unseren Mandanten, dass KI auf der Kostenseite ebenfalls sofort wirken kann, etwa in der Buchhaltung, bei Beschaffungsprozessen oder in der Verwaltung. Die Unternehmen, die beides parallel angehen, also Umsatzhebel und Prozessoptimierung gleichzeitig, kommen am schnellsten voran.“
Fachkräfte, Daten und Organisation bremsen die Skalierung
Besonders hohe Renditen sehen die Befragten in Bereichen, die sich breit auf Unternehmensprozesse auswirken. 54 bis 67 Prozent berichten je nach Anwendungsfeld von einem ROI von mehr als zehn Prozent. Die höchsten Werte erzielen Workflow-Automatisierung, Anwendungen in der Cybersicherheit und KI-gestützte Analysen. Dahinter folgen Robotik und vernetzte Sensorik sowie der Aufbau von Dateninfrastruktur. Niedriger fallen die Werte bei autonomen Planungssystemen, digitalen Zwillingen sowie Sprach- und Audioerkennung aus.
Als größte Hürde bei der Ausweitung von KI-Programmen nennen 35 Prozent den Mangel an KI- und IT-Spezialisten. Es folgen Datenqualität und Datenverfügbarkeit mit 33 Prozent, das Umsetzungstempo mit 29 Prozent und die Einbindung in bestehende IT-Systeme mit 28 Prozent. 68 Prozent setzen deshalb auf die Rekrutierung externer Experten. 59 Prozent planen gezielte Zukäufe von Unternehmen mit KI-Kompetenz, ebenso viele stellen zusätzliche Budgets bereit. Zugleich bremsen häufig interne Faktoren wie fehlende Veränderungsbereitschaft, unklare Zuständigkeiten und mangelnde Unterstützung durch die Geschäftsführung.
„Die meisten Unternehmen wollen neue KI-Spezialisten rekrutieren, dabei liegt das eigentliche Problem woanders“, sagt Friederike Süllau. „Der Einkaufsleiter muss verstehen, wie er KI-gestützte Prognosen in seine Bestellprozesse einbaut. Der Vertriebsleiter braucht Werkzeuge, mit denen sein Team Preise dynamisch anpassen kann. Dafür braucht es keinen KI-Experten – die heutigen Werkzeuge sind so weit, dass bestehende Teams sofort damit arbeiten können. Der klassische Fehler ist, erst auf die perfekten Voraussetzungen zu warten, statt einfach anzufangen.“
Über die Studie / Methodik:
FTI Consulting hat im Dezember 2025 insgesamt 200 PE-Entscheider weltweit befragt. Die Befragten sind in Investment- und operative Entscheidungen eingebunden, die Gesellschaften verwalten jeweils ein Vermögen von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Die Ergebnisse beruhen auf Selbsteinschätzungen zu den KI-Programmen in ihren Beteiligungsunternehmen.
Die vollständige Studie finden Sie hier: https://www.fticonsult…y-ai-radar












