Trotz des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten zeigen sich die Aktienmärkte überraschend stabil. Während die Kurse vielerorts bereits wieder das Vorkriegsniveau erreichen, stellt sich die Frage: Ist dies bloßer Optimismus oder fundierte Logik? Kevin Thozet, Mitglied des Investment-Komitees bei Carmignac, analysiert die Gewinnfaktoren:
Klar wird: Die Widerstandsfähigkeit der globalen Aktienmärkte während des Iran-Konflikts lässt sich primär durch positive Gewinnerwartungen erklären. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Gewinnwachstumserwartungen für 2026 trotz restriktiver Finanzbedingungen und Inflation um über 4 Prozent gestiegen sind.
Dabei treibt vor allem der Energiesektor die Entwicklung: Steigende Öl- und Gaspreise führten hier zu Gewinnkorrekturen von über 35 Prozent. Auch US-Technologiewerte profitieren massiv vom KI-Investitionszyklus. Im Gegensatz dazu leiden Industrie und Konsum unter den hohen Energiekosten, wenn auch bisher nur moderat.
Für die weitere Entwicklung stehen sich zwei Szenarien gegenüber. Ein Marktrückgang durch massive Handelsstörungen und Stagflation oder ein optimistisches Szenario: Letzteres setzt auf eine schnelle Krisenlösung und eine weniger straffe Geldpolitik, was bei stabilen Gewinnerwartungen ein zusätzliches Kurssteigerungspotenzial in Höhe von etwa zehn Prozent für die Aktienmärkte bedeuten würde.












