Talanx hebt nach Rekordhalbjahr die Gewinnprognose an

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Talanx erzielt einen Rekordgewinn und erwartet 2026 ein Ergebnis von deutlich mehr als 2,7 Milliarden Euro.

Talanx steigert den Halbjahresgewinn um neun Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Niedrigere Großschäden und höhere Kapitalanlageerträge stützen das Ergebnis. Für das Gesamtjahr setzt sich der Versicherungskonzern nun ein höheres Ziel.

Die Talanx-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordgewinn erzielt und ihre Jahresprognose angehoben. Das Konzernergebnis stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 1,499 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Versicherer nun einen Gewinn von deutlich mehr als 2,7 Milliarden Euro. Bislang hatte Talanx rund 2,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Der Versicherungsumsatz blieb mit 24,3 Milliarden Euro auf Euro-Basis nahezu stabil, währungskursbereinigt legte er um drei Prozent zu. Das versicherungstechnische Ergebnis erhöhte sich um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wuchs um elf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite erreichte 21,5 Prozent nach 23,4 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Gestützt wurde das Ergebnis durch eine niedrigere Großschadenbelastung und höhere Kapitalanlageerträge. Die Leistungen für Großschäden sanken von 1,134 Milliarden auf 942 Millionen Euro und lagen damit deutlich unter dem anteiligen Budget von 1,416 Milliarden Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 90,7 auf 88,7 Prozent.

Kapitalanlageergebnis steigt deutlich

Zu den größten Naturkatastrophenschäden gehörten der Wintersturm „Fern“ in den USA und Kanada mit 132 Millionen Euro sowie Atlantikstürme auf der Iberischen Halbinsel und in Marokko mit 127 Millionen Euro. Für das Erdbeben in Venezuela verbuchte Talanx 75 Millionen Euro. In der Rückversicherung reservierte der Konzern zudem 200 Millionen Euro für mögliche Schäden im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg.

Das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis vor Währungseffekten stieg um 21 Prozent auf 1,025 Milliarden Euro. Dazu trug insbesondere die Umschichtung niedrig verzinster Anlagen in höher verzinsliche Titel in den vergangenen Jahren bei. Die Solvency-II-Quote lag Ende Juni bei 246 Prozent nach 224 Prozent ein Jahr zuvor.

„Nach sechs Monaten im Jahr 2026 freut mich besonders, dass wir nicht nur insgesamt ein neues Rekordergebnis erzielt haben, sondern dass alle Geschäftsbereiche mit Ergebnissen auf Rekordniveau dazu beigetragen haben – das zeigt einmal mehr, dass sich unsere Strategie der Diversifizierung und Kostenführerschaft auszahlt“, sagt Talanx-Vorstandschef Torsten Leue.

Erstversicherung liefert mehr als die Hälfte des Gewinns

Die Erstversicherung steigerte ihr Konzernergebnis um 12 Prozent und lieferte 52 Prozent des gesamten Konzerngewinns. Im Geschäftsbereich Corporate & Specialty blieb der Umsatz mit fünf Milliarden Euro weitgehend stabil. Der Ergebnisbeitrag erhöhte sich um sieben Prozent auf 292 Millionen Euro, während die Schaden-Kosten-Quote auf 90,7 Prozent sank.

Besonders kräftig entwickelte sich die internationale Privat- und Firmenversicherung. Der Umsatz stieg währungskursbereinigt um zehn Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, vor allem durch organisches Wachstum in Polen, der Türkei und Mexiko. Das operative Ergebnis legte um 17 Prozent auf 616 Millionen Euro zu, der Konzerngewinn des Bereichs um 16 Prozent auf 387 Millionen Euro.

In Deutschland blieb der Umsatz mit 1,6 Milliarden Euro nahezu stabil. Zuwächse in der Sach- und Lebensversicherung glichen den Wegfall der Ende 2025 ausgelaufenen Kooperation mit der Targobank weitgehend aus. Trotz einer auf 93 Prozent gestiegenen Schaden-Kosten-Quote erhöhte sich das operative Ergebnis durch Kosteneinsparungen und Profitabilitätsmaßnahmen um 37 Prozent auf 180 Millionen Euro.

Rückversicherung steigert Ergebnis

Die Rückversicherung erzielte bei einem Umsatz von 12,9 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro. Ihr Beitrag zum Konzerngewinn stieg um sieben Prozent auf 709 Millionen Euro. In der Schaden-Rückversicherung verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote deutlich von 88,4 auf 83,2 Prozent.

Die Personen-Rückversicherung steigerte ihren Umsatz währungskursbereinigt um 12 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis legte um acht Prozent auf 478 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis sank dagegen von 466 Millionen auf 405 Millionen Euro.

Für 2026 stellt Talanx neben einem Konzernergebnis von deutlich mehr als 2,7 Milliarden Euro eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent in Aussicht. Die Prognose setzt voraus, dass Verwerfungen an den Währungs- und Kapitalmärkten ausbleiben und sich die Großschäden innerhalb der Erwartungen bewegen. Als zusätzlichen Unsicherheitsfaktor nennt der Konzern die geopolitische und makroökonomische Lage.


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