Der Besitz von Kryptowährungen ist in Deutschland längst kein Randphänomen mehr. Nach einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint halten rund 12,8 Prozent der Erwachsenen digitale Währungen. Das entspricht knapp neun Millionen Menschen ab 18 Jahren.
Besonders verbreitet ist Bitcoin: Drei Viertel der Krypto-Besitzer halten die älteste digitale Währung im eigenen Bestand. Ethereum folgt mit einem Anteil von 33,1 Prozent. Weitere 11,4 Prozent der Erwachsenen, rund 7,9 Millionen Menschen, besitzen bislang keine Kryptowährungen, können sich einen Kauf jedoch vorstellen.
Deutliche Unterschiede zeigt die Erhebung zwischen den Geschlechtern. Während knapp 20 Prozent der Männer Kryptowährungen halten, sind es bei den Frauen lediglich 7,2 Prozent. Damit ist der Anteil unter Männern fast dreimal so hoch. Bei klassischen Wertpapieren hat sich diese Lücke in den vergangenen Jahren hingegen verkleinert.
Warum Kryptokurse allein wenig verraten
Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Vermögenswerte wächst der Bedarf an nachvollziehbaren Bewertungsgrundlagen. Kurse zeigen zwar das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage an Handelsplätzen. Sie geben jedoch keinen Aufschluss darüber, wie viele Bestände tatsächlich bewegt werden, wie lange Anleger ihre Coins halten oder wie sich die Verteilung auf große und kleine Adressen verändert.
Solche Informationen lassen sich aus der Blockchain gewinnen, weil dort sämtliche Übertragungen dauerhaft dokumentiert werden. Die Daten beschreiben das Verhalten der Bestände und nicht die Preisbildung an Kryptobörsen. Beide Größen werden in der öffentlichen Wahrnehmung häufig miteinander vermischt.
Die Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen hat mit dem Bitcoin Oracle ein Werkzeug entwickelt, das sechs On-Chain-Signale gewichtet auswertet und zu einem Gesamtwert zusammenführt. Die zugrunde liegenden Daten stammen unmittelbar aus der Blockchain. Das Angebot dient nach Angaben des Unternehmens der Analyse und enthält weder Anlageentscheidungen noch Empfehlungen.
Blockchain-Daten über Schnittstelle abrufbar
„Der Abstand zwischen dem, was Menschen besitzen, und dem, was sie darüber wissen können, ist die eigentliche Lücke. Offene Daten und offene Schnittstellen sind die einzige Antwort, die wir darauf haben“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Die Auswertung stellt neben dem zusammengefassten Wert auch die sechs einzelnen Signale über eine dokumentierte Schnittstelle bereit. Nutzer können dadurch eigene Gewichtungen vornehmen, ohne die zugrunde liegenden Blockchain-Daten selbst aufbereiten zu müssen.
Die YouGov-Erhebung basiert auf Selbstauskünften und erfasst, wie viele Menschen Kryptowährungen besitzen, nicht jedoch die Höhe der jeweiligen Bestände. Angaben zu Volumen, Haltedauer und Verteilung lassen sich daher nur aus ergänzenden Blockchain-Analysen ableiten.















