ZIA zum neuen Heizungsgesetz: Darum sind fossile Optionen für Profi-Investoren gefährlich

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Heizungsregler mit §-Zeichen
Foto: Emmi / Adobe Stock
Wenn die Klimaziele durch zu viele fossile private Anlagen verfehlt werden, könnten auch die Profi-Investoren in "Sippenhaft" genommen werden (Symbolbild).

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz erhält der Gebäudesektor einen neuen gesetzlichen Rahmen. Der Zentrale Immobilien Ausschuss begrüßt die gewonnene Planungssicherheit, sieht beim Klimapfad und der Förderpolitik jedoch weiterhin Handlungsbedarf. Wie der Verband die Reform bewertet.

Bundestag und Bundesrat haben das Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen. Das Gesetz ersetzt das als „Heizungsgesetz“ bekannt gewordene Gebäudeenergiegesetz und setzt wesentliche Vorgaben der europäischen Gebäudeeffizienzrichtlinie in deutsches Recht um. Zugleich schafft es einen neuen ordnungsrechtlichen Rahmen für den Gebäudesektor.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) bewertet das neue Heizungsgesetz grundsätzlich positiv. Nach Einschätzung des Verbandes sorgt das Gesetz nach einer längeren Phase der Unsicherheit für mehr Planungssicherheit bei Investitionsentscheidungen. Gleichzeitig dürfe der Anspruch an einen verlässlichen Transformationspfad für den Gebäudesektor nicht geschwächt werden.


Das könnte Sie auch interessieren:

ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan erklärt: „Nach Jahren der Unsicherheit herrscht nun endlich Klarheit. Das ist für die Immobilienwirtschaft und ihre Investitionsentscheidungen von zentraler Bedeutung. Wichtig ist jedoch, dass mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz nicht zugleich der Anspruch auf einen klaren, verlässlichen und systemisch eingebetteten Transformationspfad aufgegeben wird.“

Gebäudemodernisierungsgesetz und Klimaziele

Der Verband begrüßt, dass sich die Bundesregierung im Gesetz zu den Klimaschutzzielen für den Gebäudesektor bekennt und deren Umsetzung zusagt. Kritisch sieht der ZIA jedoch die Öffnung für fossile Heizungsoptionen. Während diese nach Ansicht des Verbandes für die professionelle Immobilienwirtschaft nur eine untergeordnete Rolle spielen, könnten sie im gesamten Gebäudebestand neue fossile Lock-in-Effekte verursachen und den Klimapfad gefährden.

Özkan betont: „Sollten die Klimaziele verfehlt werden und ordnungsrechtlich nachgesteuert werden müssen, darf das nicht zulasten der professionellen Immobilienwirtschaft gehen, die bereits heute erheblich in Dekarbonisierung und Modernisierung investiert.“

Positiv bewertet der ZIA zudem die Umsetzung zentraler Vorgaben der europäischen Gebäudeeffizienzrichtlinie. Nach Angaben des Verbandes wurden Forderungen zu Mindestenergieeffizienzstandards, Ladeinfrastruktur und Energieausweisen im Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt. Zudem bleibe die Technologieoffenheit erhalten und bürokratische Anforderungen seien an wichtigen Stellen reduziert worden.

Förderung und Ordnungsrecht verzahnen

Nach Auffassung des ZIA kann die Modernisierung des Gebäudebestands nur gelingen, wenn gesetzliche Vorgaben und staatliche Förderung eng aufeinander abgestimmt werden. Der Verband fordert deshalb, die Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude mit den Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes zu verzahnen. Höhere gesetzliche Anforderungen ohne eine verlässliche und planbare Förderkulisse könnten Investitionen ausbremsen.

Özkan sagt: „Wer höhere Anforderungen stellt, muss zugleich die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Investitionen auch tatsächlich erfolgen können. Ordnungsrecht und Förderung gehören zusammen.“


Top-Ergebnisse bei Markt-Mediastudien


Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen