Nvidia sprengt alle Erwartungen: Der Weg zur 10-Billionen-Dollar-Bewertung
Wer geglaubt hat, die KI-Rally sei bereits ausgereizt, wurde von den jüngsten Quartalszahlen des Chip-Giganten Nvidia eines Besseren belehrt: Statt der anvisierten 91 Milliarden US-Dollar erzielte der Konzern einen Quartalsumsatz von rund 96 Milliarden US-Dollar – bei einer auf 75 % gekletterten Gewinnmarge und einer Verdopplung von Umsatz und Gewinn im Vorjahresvergleich. „Nvidia profitiert ungebrochen vom KI-Boom, weil Rechenzentren und KI-Tools bares Geld verdienen“, erklärt Ulrich Müller. Nachdem das Unternehmen bereits jenseits der 5-Billionen-US-Dollar-Marke gehandelt wird, sehen erste Analysten mittelfristig sogar ein Potenzial für eine Marktkapitalisierung von 10 Billionen US-Dollar. Für den Börsen-Profi ist das keineswegs Utopie: „Vor drei Jahrzehnten galt eine Bewertung von einer Billion noch als undenkbar. Angetrieben durch den globalen Technologiefortschritt und die seit der Lehman-Krise stark gestiegene weltweite Geldmenge können die Bewertungen neue Dimensionen erreichen. Solange das operative Wachstum derart rasant zulegt, sind auch historisch hohe Bewertungskennziffern fundamental gerechtfertigt“, findet der Marktkenner.
Warum Anleger im September an die Börse zurückkehren sollten
Nach den Sommermonaten mit historisch niedriger Volatilität und einem geringeren Handelsvolumen rückt das statistisch stärkste Börsenquartal des Jahres ab Oktober in den Fokus. Für Ulrich Müller bestätigt sich die alte Börsenweisheit, dass man im September an den Markt zurückkehren sollte. „Ich erwarte für das vierte Quartal einen Jahresendspurt. Pensionskassen und große Investmenthäuser werden Liquidität umschichten, um ihre Jahresperformance zu sichern“, glaubt Müller. Zwar könnten Zinsdebatten und Inflationssorgen die Märkte nervös machen, die grundlegende Robustheit der US-Wirtschaft stützt den Trend jedoch nachhaltig.
Branchenrotation und geringe Fallhöhe: Comeback der Old Economy
Angesichts der hohen Bewertungsniveaus im Halbleiterbereich nimmt Ulrich Müller selektiv Gewinne mit und steuert sein Portfolio mit einer Cashquote von 25 %. Statt überhitzten Titeln hinterherzulaufen, setzt der Experte auf eine Branchenrotation in defensive Segmente und solide Softwarewerte. „Es geht an der Börse immer auch um die Fallhöhe. Unternehmen, die eine Krise durchlaufen und ihre Hausaufgaben gemacht haben, bieten heute ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis“, betont Müller. Im Fokus stehen dabei dividendenstarke Konsum- und Healthcare-Werte wie Pepsi, Nike, McDonald’s, Novo Nordisk oder Pfizer, die teils deutlich unter ihren Allzeithochs notieren, aber vor Rekordergebnissen stehen. Im Technologiesektor hebt der Börsen-Profi Software-Schwergewichte wie Adobe hervor, die nach ihrem Tief bei 190 bereits auf 290 US-Dollar geklettert sind, bis zu den früheren Höchstkursen aber noch fast 140 % Aufholpotenzial bieten.















