Konrad Kleinfeld, Leiter Fixed Income Distribution EMEA für SPDR ETFs bei State Street Investment Management: „Für die Sitzung am kommenden Donnerstag halten wir eine Anhebung des Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf 2,50 % für das wahrscheinlichste Szenario. Dieser Schritt wird von den Märkten inzwischen weitgehend erwartet. Die eigentliche Bedeutung der Sitzung dürfte daher weniger in der Zinsentscheidung selbst liegen als in den Hinweisen auf den weiteren geldpolitischen Kurs.
Die jüngsten Inflationsdaten liefern dabei kein eindeutiges Signal. Zwar ist die Eurozonen-Inflation zuletzt auf 3,3 % gestiegen, getrieben vor allem durch höhere Energiepreise. Gleichzeitig entwickeln sich Kerninflation und Dienstleistungsinflation bislang vergleichsweise moderat. Breiter angelegte Zweitrundeneffekte sind dabei bislang nur begrenzt erkennbar.
Aus Sicht der EZB erhöht das den möglichen Kommunikationsbedarf. Die Notenbank kann den jüngsten Inflationsanstieg nicht ignorieren, dürfte aber zugleich betonen, dass ein energiegetriebener Preisschub nicht automatisch einen dauerhaft höheren Inflationspfad bedeutet. Entscheidend wird daher sein, ob sich der aktuelle Anstieg auf Energie beschränkt oder zunehmend über Zweitrundeneffekte in Löhne und Inflationserwartungen hineinwirkt.
In unseren Augen spricht daher vieles dafür, dass die EZB den Zinsschritt mit einer bewusst offenen Botschaft verbindet. Für die Märkte steht damit weniger die September-Entscheidung im Mittelpunkt als die Frage, ob ein Einlagenzins von 2,50 % bereits als ausreichend restriktiv angesehen wird oder ob die Notenbank die Tür für Dezember offen hält.“

Konrad Kleinfeld (Foto: State Street)











