Naturgefahren verursachten in Deutschland im Jahr 2025 Schäden von rund 2,6 Milliarden Euro, nach 5,7 Milliarden Euro im Jahr 2024. Vor diesem Hintergrund erschließt die BarmeniaGothaer erstmals den Kapitalmarkt als zusätzliche Absicherungsquelle. Mit dem Cat Bond „Yardstick Re“ ergänzt das Unternehmen die klassische Rückversicherung um ein kapitalmarktbasiertes Instrument.
Der Cat Bond sichert seltene, extreme Flutereignisse im oberen Risikobereich in Deutschland ab. Flutrisiken im Volumen von rund 100 Millionen Euro werden anteilig auf Kapitalmarktinvestoren übertragen. Die BarmeniaGothaer stärkt damit ihre Risikotragfähigkeit und baut zusätzliche Kapazitäten für die Absicherung von Extremereignissen auf.
Strukturiert ist die Transaktion als nicht-traditionelle Rückversicherung über eine eigens gegründete Zweckgesellschaft, ein sogenanntes Special Purpose Vehicle. Investoren übernehmen im Schadenfall anteilig die Risiken und erhalten im Gegenzug eine risikoadäquate Verzinsung.
Finanzvorstand sieht zusätzliche Kapazitäten durch Kapitalmarktzugang
„Mit Yardstick Re erweitern wir unser Instrumentarium im Risikotransfer gezielt um kapitalmarktbasierte Lösungen. Besonderen Wert schafft diese Transaktion dadurch, dass allein das Flutrisiko abgedeckt wird. Außerdem verschafft uns der Zugang zum Kapitalmarkt zusätzliche Kapazitäten, offeriert uns eine Alternative zu klassischen Rückversicherungsmärkten und untermauert unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremereignissen“, sagt Harald Epple, Finanzvorstand der BarmeniaGothaer.
Der Cat Bond läuft vier Jahre, der Haftungsbeginn ist der 1. Juli 2026. Emittiert wurde er zu einem Spread von 1,95 Prozent. Er ergänzt die bestehende traditionelle Rückversicherungsdeckung der BarmeniaGothaer. Die Zweckgesellschaft ist auf eine langfristige Nutzung ausgelegt.
Ein zentrales Merkmal der Transaktion ist das Investment-Grade-Rating von Moody’s. „Yardstick Re“ gehört damit zu den wenigen Cat Bonds mit dieser Einstufung, was den Kreis potenzieller institutioneller Investoren erweitert.
Flutkatastrophe 2021 bleibt teuerstes Naturereignis für Versicherer
Die Schadenzahlen der vergangenen Jahre zeigen eine hohe Volatilität. Während 2025 vergleichsweise moderat ausfiel, verursachen Naturgefahren in Deutschland im langjährigen Durchschnitt rund zwei Milliarden Euro Schäden pro Jahr.
Besonders prägend bleibt die Flutkatastrophe im Jahr 2021, die mit rund 10,9 Milliarden Euro als teuerstes Naturereignis der deutschen Versicherungswirtschaft gilt. Rund 41 Prozent der Wohngebäude in Deutschland verfügen weiterhin über keinen Elementarschutz.













