Wohnungsbau treibt Wachstum im Baugewerbe an

Der deutsche Hochbau verzeichnet das dritte Jahr in Folge Wachstum. Die stabile wirtschaftliche Lage sollten Bauunternehmen nutzen, um sich auf die Digitalisierung und Industrialisierung der Bauerstellung vorzubereiten.

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Besonders der Wohnungsbau treibt das Wachstum der Hochbau-Branche.

Der Trend der vergangenen Jahre im deutschen Hochbau hielt auch 2016 an: Das Marktvolumen wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 221,3 Milliarden Euro. Das geht aus der jährlich erscheinenden Hochbauprognose der internationalen Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hervor. Mit zwei Prozent Wachstum habe der Wohnungsmarkt dazu wesentlich beigetragen.

Axel Schäfer, Partner bei OC&G, und mitverantwortlich für den Bausektor nennt einige Gründe für das Wachstum: „Die milde Witterung hat 2016 zur niedrigsten Winterarbeitslosigkeit seit zehn Jahren geführt. Zudem blieb der Wohnungsbau für gewerbliche und private Bauherren aufgrund geringer Zinssätze und hoher Wohnraumnachfrage eine attraktive Anlageoption.“

Die Urbanisierung und der demografische Wandel würden vor allem in Groß- und Universitätsstädten die Mieten Steigen und den Leerstand sinken lassen. Mehrgeschosswohneinheiten seien der Haupttreiber der positiven Entwicklung.

Wohnungsbau stabilisiert Branche

Der Wohnungsbau werde die Branche auch weiter stabilisieren, für 2017 werde das Wachstum auf 1,8 Prozent prognostiziert. Besonders stark wachse der gewerbliche Neubau mit prognostizierten neun Prozent in 2017 und 11,5 Prozent im vergangenen Jahr. Der private Wohnungsbau nehme voraussichtlich um 2,2 Prozent zu.

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Die Lage des deutschen Hochbaus spiegele sich auch in den Auftragsbüchern der Bauunternehmen wider. Die Auftragseingänge seien 2016 höher als 2015 gewesen, (insgesamt plus 13,3 Prozent, im Wohnungsbau plus 15 Prozent).

Die Aufträge würden mit den Baugenehmigungen zusammenhängen, die im vergangenen Jahr im privatenWohnungsbau um knapp sechs Prozent und im gewerblichen Wohnungsbau um 29,1 Prozent gestiegen seien. Auch im Wirtschaftsbau (plus 19,2 Prozent) und im öffentlichen Bau (plus 18,6 Prozent) gebe es mehr Genehmigungen als im Vorjahr.

Wirtschaftsbau stabilisiert

Der Wirtschaftsbau habe sich nach einer schwierigen Phase stabilisiert und sei um 0,1 Prozent gewachsen, bis 2019 werde ein jährliches Wachstum von 0,2 Prozent prognostiziert. Dr. Björn Reineke, ebenfalls mitverantwortlich für den Bausektor und Partner bei OC&C sagt, er sei für nähere Zukunft verhalten optimistisch.

„Die Zuversicht stützt sich neben der zu erwartenden soliden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auf die steigende Anzahl an Baugenehmigungen, günstige Finanzierungsbedingungen sowie grundsätzlichen Investitionsbedarf aufgrund ausgelasteter Produktionskapazitäten“, so Reinecke.

Investitionen in Digitalisierung

Ein Thema, das immer bedeutender wird, ist die Digitalisierung. Beispielsweise bei der Entwicklung „smarter“ Bauprodukte, der Innovation von Geschäftsmodellen, Produktion und Supply Chain, und auch der Gebäudeerrichtung. Eine wichtige Veränderung in diesem Bereich sei die Umstellung auf das sogenannte Building Information Modelling (BIM).

BIM sei ein digitales 5D-Datenmodell, das den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes darstellen könne und das Arbeiten zwischen den Projektbeteiligten vereinfache.  Ab 2020 sollten alle großen Infrastrukturprojekte mit BIM geplant werden. Für den Bund und Bauherren von Großprojekten werden nachweisbare BIM-Kompetenzen in Zukunft daher eine immer größere Rolle für Auftragsvergabe spielen. Viele Unternehmen seien auf die Umsetzung noch nicht ausreichend vorbereitet.

„Die stabile wirtschaftliche Lage sollte Bauunternehmer dazu animieren, Investitionen in die Zukunft zu tätigen. Die Digitalisierung der Branche wird voranschreiten. Daher sind die Unternehmen gut beraten, beispielsweise in digitale Planungsinstrumente wie BIM zu investieren“, sagt Schäfer. (kl)

Foto: Shutterstock

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