Bitcoin fiel kurzzeitig bis auf 58.000 US-Dollar, erholte sich aber überzeugend. Die Bewegung deutet auf aussagekräftigen Widerstand im Bereich von 60.000 US-Dollar hin, doch die Stärke der Erholung zeigt auch echtes Käuferinteresse bei Dips. Wir bewerten die Erholung als ermutigend, auch wenn das breitere Umfeld weiterhin angespannt bleibt.
Was digitale Vermögenswerte belastet
Zwei Kräfte dominieren das kurzfristige Bild. Die erste ist der KI-Ausverkauf. Der Morningstar AI Index ist in den vergangenen zwei Tagen um 6,1 Prozent gefallen, was die breitere Tech-Stimmung belastet und Anleger in sichere Häfen treibt – besonders in den Dollar. Die assetklassenübergreifenden Bewegungen zeigen die klassische Risikoaversion: AUD, NZD und CAD unter Druck, während der Yen stabil bleibt. Dies ist nicht bloß eine Fed-Geschichte, aber das makroökonomische Umfeld hilft nicht.
Die zweite Kraft sind die Zinssätze. Der Kernindex der Persönlichen Konsumausgaben wird heute freigegeben, und der Realkonsum könnte überraschend robust ausfallen – das würde die Fed etwas hawkischer einstellen. Nach Kevin Warsh‘s erstem Treffen als Fed-Vorsitzender in der vergangenen Woche haben wir bereits aussagekräftige Verschiebungen in den Zinserwartungen beobachtet, und dieses Umfeld mit höheren Zinsen für längere Zeit belastet Bitcoin weiterhin.
Strategy – Ansteckungsängste
STRC, die Ertragskomponente von Strategy, ist vom Nennwert von 100 auf 80 gefallen, SATA auf 88. Einiges davon lässt sich auf die Kannibalisierung zwischen den Instrumenten zurückführen, doch der Markt liest es als Signal breiterer Fragilität. Strategy’s Bitcoin-Holding von rund vier Prozent des Bitcoin-Gesamtangebots ist kein systemisches Risiko, wirkt aber auf die Stimmung. Globale Emittenten verzeichneten gestern Nettoabflüsse von 460 Millionen US-Dollar bei allen digitalen Vermögenswerten.
Ein ermutigendes Signal: Wale haben mit dem Verkaufen aufgehört
Der Verkauf durch Wale – der Schlüsselauslöser für den Ausverkauf im Oktober – hat sich deutlich abgekühlt, und das ist wichtig. Basierend auf dem vierjährigen Bitcoin-Zyklus gingen wir davon aus, dass die Verkäufe sechs bis neun Monate nach ihrem Beginn abklingen würden, und das spielt sich ungefähr planmäßig ab. Die Einschränkung ist jedoch: Historisch treten Wale als Käufer erst beim nächsten Halving wieder ein, das erst 2028 ansteht – daher ist Kursunterstützung von dieser Seite noch nicht in Sicht.
Ausblick
Wir erwarten, dass die Bedingungen kurzfristig gedämpft bleiben, wobei die Inflationsdynamik die Schlüsselvariable ist. Höhere Ölpreise aus der Iran-Situation dürften die Inflation noch für die nächsten Monate hochhalten und die Fed in ihrer hawkischen Haltung bestärken. Eine echte Trendwende in der Bitcoin-Stimmung würde wahrscheinlich eine aussagekräftige Verschlechterung der Arbeitsmarktdaten erfordern, und dafür gibt es derzeit kein Zeichen.
Autor James Butterfill ist Head of Research bei Coinshares.















