Krypto-Nutzung im DACH-Vergleich: Deutschland fällt deutlich hinter Schweiz und Österreich zurück

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Deutsche sind Krypto-Muffel
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BearingPoint-Studie zeigt: Deutschland liegt bei der Krypto-Nutzung klar hinter Österreich und der Schweiz zurück.

Während die Nutzung von Kryptowährungen in Deutschland stagniert, sind Österreich und vor allem die Schweiz deutlich aufgeschlossener. Eine BearingPoint-Studie zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den DACH-Ländern – und macht zugleich deutlich, welche Zielgruppen den Markt künftig prägen dürften.

Deutschland bleibt bei der Nutzung von Kryptowährungen im Vergleich zu Österreich und der Schweiz deutlich zurück. Das geht aus einer aktuellen Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint hervor. Demnach nutzen hierzulande elf Prozent der Bevölkerung Kryptowährungen zumindest gelegentlich. In Österreich liegt der Anteil bei 18 Prozent, in der Schweiz bei 23 Prozent.

Auch bei der Einschätzung von Kryptowährungen als Anlageform zeigt sich ein ähnliches Bild. Während in Deutschland 23 Prozent der Befragten digitale Währungen für eine geeignete Geldanlage halten, sind es in Österreich 28 Prozent und in der Schweiz 37 Prozent. Damit entwickelt sich das Thema im DACH-Raum unterschiedlich schnell.

„Die Schweiz ist im DACH-Vergleich nicht einfach kryptoaffiner, sondern bei digitalem Geld insgesamt entscheidungsfreudiger. Deutschland diskutiert Risiken, während die Nachbarn bereits stärker nutzen und investieren. Für Banken und Finanzdienstleister ist das kein Randthema mehr: Wer digitale Werte nicht sicher, verständlich und regulatorisch sauber zugänglich macht, überlässt künftige Wertschöpfung anderen“, sagt Dr. Robert Bosch, globaler Leiter Financial Services bei BearingPoint.

Staatliche Währungen genießen weiterhin das größte Vertrauen

Trotz des wachsenden Interesses an digitalen Vermögenswerten bleiben klassische Zahlungsmittel der Stabilitätsanker. 84 Prozent der Deutschen halten staatliche Währungen für ein gutes oder sehr gutes Zahlungsmittel. In Österreich liegt dieser Wert bei 87 Prozent, in der Schweiz bei 80 Prozent.

Auch Gold behauptet seine Rolle als bevorzugter Wertspeicher. Über alle Altersgruppen hinweg wird das Edelmetall beim Inflationsschutz deutlich häufiger als verlässlich eingeschätzt als Kryptowährungen. Nach Einschätzung der Studienautoren wächst der Kryptomarkt damit nicht zulasten etablierter Anlageformen, sondern ergänzt sie.

Größeres Potenzial sehen die Befragten bei staatlich gestützten digitalen Zentralbankwährungen (CBDC). Das Interesse daran liegt in Deutschland bei 29 Prozent, in Österreich bei 38 Prozent und in der Schweiz bei 44 Prozent.

„Genau hier öffnet sich das Fenster für digitale Zentralbankwährungen. Das Interesse an einer CBDC liegt in Deutschland bei 29 Prozent, in Österreich bei 38 Prozent und in der Schweiz sogar bei 44 Prozent. Damit entsteht ein klarer Trend: Kryptowährungen bleiben selektiv, staatlich gestützte digitale Währungen könnten jedoch eine deutlich breitere Akzeptanz erreichen, insbesondere in Märkten mit hoher institutioneller Vertrauensbasis wie der Schweiz“, sagt Bosch.

Jüngere Generationen treiben die Entwicklung

Die Studie zeigt außerdem deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Männer nutzen Kryptowährungen weiterhin deutlich häufiger als Frauen. In Deutschland verwenden 15 Prozent der Männer Kryptowährungen gelegentlich bis täglich, bei den Frauen sind es sechs Prozent. In Österreich liegt das Verhältnis bei 26 zu zehn Prozent, in der Schweiz bei 31 zu 15 Prozent.

Besonders ausgeprägt ist die Nutzung bei jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen nutzt bereits jeder Dritte Kryptowährungen. Dieses Muster zeigt sich in allen drei untersuchten Ländern.

Auch Bildung und Einkommen beeinflussen die Einstellung zu digitalen Vermögenswerten. In Deutschland halten rund 37 Prozent der Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mindestens 4.000 Euro Kryptowährungen für eine geeignete Anlage. Bei Haushalten mit weniger als 2.000 Euro Nettoeinkommen sind es lediglich rund 17 Prozent. Befragte mit Hochschulabschluss bewerten Kryptowährungen mit rund 30 Prozent deutlich häufiger als geeignete Anlageform als Personen mit einer Berufsausbildung, bei denen der Wert bei rund 16 Prozent liegt.

Schweiz sieht größere geopolitische Bedeutung von Kryptowährungen

Über die aktuelle Nutzung hinaus trauen viele Befragte Kryptowährungen künftig eine größere Rolle im internationalen Finanzsystem zu. 32 Prozent der Deutschen halten es für wahrscheinlich, dass digitale Währungen künftig als internationale Handels- oder Reservewährung dienen könnten. In Österreich teilen 36 Prozent diese Einschätzung, in der Schweiz sogar 45 Prozent.

„Für Finanzentscheider ergibt sich daraus ein klares Bild: Kryptowährungen sind im Alltag zwar kein Massenphänomen, aber auch längst mehr als ein Nischenthema. Der DACH-Markt differenziert sich zunehmend aus – nach Ländern, Generationen und sozioökonomischen Faktoren. Deutschland bleibt sicherheitsorientiert, Österreich zeigt wachsende Offenheit, die Schweiz verbindet Nutzung, Vertrauen und strategische Perspektive am stärksten. Entscheidend für die Zukunft wird sein, ob es gelingt, Vertrauen, Regulierung und Nutzerfreundlichkeit zusammenzubringen“, resümiert Dr. Robert Bosch.


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