Drei konvergierende Druckfaktoren dürften die Kryptopreise im kommenden Monat belasten: eine sich verschlechternde Lage im Iran, eine restriktivere Rhetorik des Federal Open Market Committee (FOMC) sowie sinkende Chancen auf eine Verabschiedung des CLARITY Act in diesem Gesetzgebungszyklus. Trotz dieser Gegenwände zeigen sich die Preise digitaler Vermögenswerte im Vergleich zu anderen Anlageklassen bemerkenswert resilient.
FOMC beschließt eine restriktive Zinspause
Die Fed beließ die Zinsen unverändert, sendete jedoch ein klar restriktives Signal. Vier Gegenstimmen – überwiegend mit hawkisher Tendenz – sowie Powells vorsichtiger Ton deuten auf eine weiterhin straffe geldpolitische Ausrichtung hin. Zwar bleibt der Arbeitsmarkt laut Powell kein Inflationsrisiko, wodurch Zinssenkungen grundsätzlich möglich bleiben, ihr Zeitpunkt dürfte sich jedoch weiter nach hinten verschieben.
CLARITY Act
Der CLARITY Act passierte das Repräsentantenhaus im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen und steckt seitdem im Senat fest. Der Agrarausschuss des Senats verabschiedete seine Version des Gesetzes im Januar 2026 mit 12 zu 11 Stimmen, doch die Ausschussberatung des Bankenausschusses wurde wiederholt verschoben. Der aktuelle Stolperstein ist Senator Thom Tillis, der seine Unterstützung von einer Ethikklausel abhängig macht, die verhindern soll, dass leitende Amtsträger — einschließlich Mitglieder der Trump-Familie — von Krypto profitieren.
Tillis hat nun jedoch eine Ausschussberatung für Mai beantragt, voraussichtlich in der Woche des 11. Mai, angesichts der verbleibenden begrenzten Legislativtage. Das Basisszenario ist, dass der Bankenausschuss des Senats (SBC) den Gesetzentwurf mit einer parteiliniengemäßen Abstimmung positiv beschließt, was die Chancen auf eine endgültige Verabschiedung verbessern würde. Diese Chancen sind laut Polymarket-Daten zuletzt auf 46 % gesunken. Im Senat stellt eine parteiliniengemäße Ausschussabstimmung kein Hindernis dar: 18 demokratische Senatoren unterstützten den GENIUS Act, darunter 11 Mitglieder relevanter Ausschüsse. Selbst bei einigen Abweichlern dürfte die 60-Stimmen-Hürde erreichbar bleiben, zumal eine erwartete Ethik-Änderung zusätzliche demokratische Zustimmung sichern könnte.
Entscheidend ist der enge Zeitrahmen: Die Memorial-Day-Pause ab dem 21. Mai, die Sommerpause im August sowie die anschließende Wahlkampfsaison lassen nur ein begrenztes Zeitfenster bis November, das zudem bereits durch andere politische Prioritäten stark ausgelastet ist.














