Visana übernimmt Simpego: die Bayerische zieht sich aus Schweizer Online-Versicherer zurück

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Foto: Die Bayerische
Bayerische Vorstand Martin Gräfer: "Es war uns wichtig, gemeinsam mit der Pax eine Lösung zu finden, die das Potenzial von Simpego optimal ausschöpft."

Die Münchner Versicherungsgruppe die Bayerische trennt sich von ihrer Beteiligung an der Schweizer Online-Versicherung simpego. Käuferin ist die Visana Allgemeine Versicherungen. Der Kaufpreis bleibt offen.

Die Bayerische gibt ihre Minderheitsbeteiligung an der Simpego Versicherungen AG ab. Käuferin ist die Visana Allgemeine Versicherungen AG, eine Schweizer Allbranchen-Versicherungsgruppe, die im gleichen Zug auch die Mehrheitsbeteiligung der Pax Holding übernimmt. Damit wechselt Simpego vollständig den Eigentümer. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart; die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA.


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Simpego wurde 2016 unter dem Namen Dextra Versicherungen AG in der Schweiz gegründet. Die Bayerische stieg früh als Ankeraktionärin ein und begleitete den Aufbau des Unternehmens. Das Unternehmen bietet Online-Abschlüsse für Hausrat-, Haustier-, Haftpflicht-, Assistance-, Reise-, Gebäude- und Motorfahrzeugversicherungen an und erzielte 2025 ein Bruttoprämienvolumen von 55,27 Millionen Schweizer Franken. Nach eigenen Angaben zählt Simpego heute zu den zehn führenden Motorfahrzeugversicherern der Schweiz.

Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen, zieht eine positive Bilanz des Engagements: „Mit der Übergabe von Simpego an die Visana wird ein neues Kapitel für die Weiterentwicklung dieser zukunftsorientierten Online-Versicherung aufgeschlagen. Es war uns wichtig, gemeinsam mit der Pax eine Lösung zu finden, die das Potenzial von Simpego optimal ausschöpft. Dass wir diese Entwicklung von Beginn an mitgestalten konnten, ist für uns sehr erfreulich“, sagt Gräfer.

Pax bündelt Digitalgeschäft unter eigener Marke

Die eigentliche Verkäuferin der Mehrheit ist die Pax Holding, eine 1876 gegründete Schweizer Genossenschaft mit Sitz in Basel, deren Kerngeschäft die private und berufliche Vorsorge ist – also Lebens- und Rentenversicherungen, nicht das Sachversicherungsgeschäft, das simpego betreibt. Die Beteiligung an simpego war von Beginn an ein Ausflug in ein fremdes Segment. Pax-CEO Peter Kappeler macht deutlich, dass der Verkauf dieser Logik folgt: „Die Veräusserung entspricht der Strategie der Pax, im eigenen Kerngeschäft der Vorsorge profitabel zu wachsen und das Online-Geschäft exklusiv unter der eigenen Marke zu führen“, sagt Kappeler.

Bereits Ende 2023 hatte Pax ihre Tochtergesellschaft Creadi vollständig integriert und deren Vorsorgeplattform EmmaLife ins eigene Angebot überführt. Der Verkauf von simpego folgt damit einer bereits eingeschlagenen Richtung. Was Visana mit simpego plant, lassen alle Beteiligten offen. Konkrete Ziele, Investitionsvorhaben oder Integrationsschritte nennt keine der Parteien.

Kunden und Mitarbeitende vorerst nicht betroffen

Für Kunden von Simpego soll sich zunächst nichts ändern: Bestehende Verträge werden unverändert weitergeführt. Die rund 70 Arbeitsplätze bleiben nach Angaben der Pax erhalten. Offen bleibt, wie sich der Eigentümerwechsel mittelfristig auf Produkte, Prämien und Serviceangebot auswirkt. Visana hat sich dazu nicht geäußert. Auch der Zeitplan für die FINMA-Genehmigung ist nicht bekannt.

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