Die einzig wachsende Zielgruppe – eine Annäherung

Ruhestandsplanung rückt die besonderen Bedürfnisse der Best Ager in den Mittelpunkt, die ihre Rentenzeit finanziell absichern wollen. Bisher ist dieser Markt noch nahezu unbearbeitet. Produktgeber und Berater sollten sich mit ihren Angeboten und Strategien auf die einzig wachsende Zielgruppe einstellen.

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Olaf Neuenfeldt: „90 Prozent der Kunden sind konzeptionell unberaten.“

Für Berater und Produktgeber ist die Zielgruppe 50plus besonders reizvoll, da es sich um einen nahezu unbearbeiteten Markt handelt. „90 Prozent der Kunden sind konzeptionell unberaten“, sagt Olaf Neuenfeldt, Vorstand des Bundesverbands Initiative Ruhestandsplanung e.V. (BIR).

Fokus auf der klassischen Altersvorsorge

Der Vorsorgemarkt in Deutschland ist bisher hauptsächlich auf die klassische Altersvorsorge ausgerichtet. Bei Versicherern, Finanzdienstleistern und Beratern stand bisher die Ansparphase im Vordergrund.

Der demografische Wandel und die damit einhergehenden Schwierigkeiten des staatlichen Vorsorgeapparates haben diesem Markt eine große Bedeutung gegeben und Bewusstsein bei den Verbrauchern geschaffen. Auch wenn die Deutschen derzeit immer noch zu wenig für ihr Alter vorsorgen, ist das Schlagwort Altersarmut doch schon in aller Munde.

Auch die steigende Bedeutung der professionellen Ruhestandsplanung ist auf den demografischen Wandel zurückzuführen. Dennoch erkennt die Branche erst nach und nach das große Potenzial der älteren Zielgruppe. Langsam werden moderne Produkte und Beratungskonzepte für Best Ager entwickelt.

Bild des typischen „Senioren“ korrigieren

Eine große Herausforderung für Produktgeber aber vor allem für Berater, die sich auf die Generation 50plus spezialisieren, ist die Tatsache, dass sie sehr heterogen ist und wenig mit dem Bild des typischen „Senioren“ gemein hat, das vielerorts noch vorherrscht.

Die Best Ager leben nicht nur länger, sie sind auch aktiver und selbstbestimmter als ihre Vorgängergeneration. „Die Älteren sind heute fitter, mobiler, selbstbewusster, reicher, informierter, kritischer und sehr viel anspruchsvoller als alle Generationen vor ihnen“, sagt Helmut Muthers, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Muthers Institut.

„Ihr Lebens- und Altersgefühl, ihre Werte und ihre Lebensstile haben sich massiv verändert: ,AIDA‘ statt Altenheim, Harley statt Schaukelstuhl, Tablet statt Tabletten, Rolling Stones statt Kurkonzert.“

Der Experte für die Zielgruppe 50plus warnt davor, innerhalb der Zielgruppe allein nach Alter und Einkommen zu differenzieren. Lebenswege und -modelle sowie Zukunftswünsche unterscheiden sich innerhalb der Altersgruppe deutlich. Dementsprechend individuell sollte die Ansprache der Kunden und auch die spätere Beratung erfolgen.

Seite zwei: Grundregeln für die Ruhestandsplanung

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