29. März 2016, 14:07

“Wirkung der Zinszusatzreserve ist beachtlich”

Dr. Patrick Dahmen, Mitglied im Vorstand der Axa Konzern AG und dort zuständig für das Ressort Vorsorge, sprach im zweiten Teil des Cash.-Interviews (Teil I hier) über die Bedeutung des Maklergeschäfts in der privaten Altersvorsorge, die Wirkung der Zinszusatzreserve und die Eigenmittelausstattung der Branche im Hinblick auf Solvency II.

Zinszusatzreserve

Patrick Dahmen: “Der Maklervertrieb ist und bleibt für uns ein Wachstumstreiber.”

Cash.: Die Vertriebslandschaft ist einem starken Wandel unterworfen. Ihr Mitbewerber Generali hat sogar kürzlich erklärt, das Maklergeschäft in der privaten Altersvorsorge komplett einzustellen. Welchen Kurs wird Axa hier einschlagen?

Wir wollen weiter wachsen. Und über unsere neuen Vorsorge- und Rentenkonzepte, aber auch über unsere biometrischen Angebote in der Berufsunfähigkeitsversicherung können wir unsere Marktpositionierung deutlich verbessern. Der Maklervertrieb ist und bleibt dabei für uns ein Wachstumstreiber, auf den wir uns auch weiter fokussieren werden, indem wir Betreuung und Services kontinuierlich ausbauen. So sind wir als Mitglied der BiPRO seit vielen Jahren führend in den Tarif-Angebot-Antrags-Themen. Aktuell sehen wir uns zusätzlich die Prozesse bei der Abwicklung an. Wir kooperieren zudem sehr eng mit Anbietern von Vergleichs- und Dienstleisterprogrammen. Die Digitalisierung sehen wir eindeutig als Chance und sind in der Entwicklung konkreter Angebote einer der Vorreiter im Markt. So bieten wir etwa für die digitale Vermittlerunterstützung ein Tool, das die Entwicklung der Relax Rente in verschiedenen Kapitalmarktphasen in der Ansparphase simuliert. Bei der Entwicklung neuer Ideen und Angebote arbeiten wir eng mit dem Maklervertrieb zusammen. Hier wurde beispielsweise der Anstoß gegeben für ein Renten-Berechnungstool, das über iPads bedient werden kann.

Der Assekurata-Analyst Lars Heermann sagte jüngst, dass die Lebensversicherer für die Zinszusatzreserve im Jahr 2015 rechnerisch etwa 120 Basispunkte an Kapitalanlageertrag erwirtschaften mussten. Überfordert das Instrument die Branche?

Die Wirkung der Zinszusatzreserve ist sicher beachtlich. Und sie wird nicht zuletzt aufgrund ihrer Berechnungsmethode in den nächsten Jahren weiter wachsen. Allein für 2016 dürfte die Zuführung laut Assekurata bei rund acht bis neun Milliarden Euro liegen, das belastet die Versicherer und das Überschusssystem für die Versicherten. Diese Problematik hat auch die Bafin erkannt. Der Vorschlag aus dem Hause Assekurata, die Reservierungen zeitlich stärker zu strecken, erscheint uns hier daher sinnvoll. Auch wenn unser Haus die Zinszusatzreserven aufgrund unserer langfristig ausgerichteten Kapitalanlagestrategie gut bedienen kann – nicht zuletzt wegen unserer hohen stillen Reserven auf den festverzinslichen Kapitalanlagen.

Seite zwei: “Keine Übergangsregelungen in Anspruch nehmen”

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Katastrophenschäden zehren bei Swiss Re am Gewinn

Erdbeben, Feuer und Überschwemmungen haben dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt.

mehr ...

Immobilien

Brexit: Immobilien-Investments in UK deutlich niedriger

Die Investmentvolumina in Großbritannien könnten in Folge des Brexit-Votums und anhaltender Unsicherheit auf den Märkten um bis zu 25 Prozent einbrechen. Die anderen EU-Länder könnten dagegen mit einem Plus von bis zu zehn Prozent profitieren. Zu diesem Schluss kommen die Immobilienexperten des Emea Capital Markets-Teams von Cushman & Wakefield.

mehr ...

Investmentfonds

Fondshandel trotz Ferienzeit an der Börse Hamburg rege

An der Hamburger Börse sind die Umsätze im Fondshandel im Juli sehr stark ausgefallen. Insgesamt wechselten Papiere im Wert von 87 Millionen Euro den Besitzer. Nach dem Brexit-Referendum konnten  die Kurse zuletzt wieder zulegen.

mehr ...

Berater

N26 startet Investment-Produkt

Das Berliner Fintech N26 hat seine Finanzplattform ausgebaut. “N26 Invest” soll es N26-Kunden ermöglichen, ihr Geld in Portfolios anzulegen. Hierfür kooperiert N26 mit dem in Frankfurt ansässigen Robo-Advisor Vaamo. Ein weiterer Ausbau des Angebots ist geplant.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immovation legt Fokus jetzt auf institutionelle Anleger

Die Immovation AG hat die Emission von Kapitalanlagen für private Anleger vorerst eingestellt. Neue Genussrechte können seit Anfang Juli nicht mehr gezeichnet werden.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...